Der Umgangston bei Facebook und Twitter ist ziemlich rau geworden: Es wird gepöbelt, rumgetrollt und gehatet. Viele von uns ignorieren das nach dem Motto: Don’t feed the Troll. Der deutsche Techblogger Martin Weigert sagt jetzt, dass wir uns mehr einmischen müssen.

Wenn wir die Trolle nicht füttern, so die gängige Meinung, entziehen wir ihnen die Aufmerksamkeit, die sie erhaschen wollen. Aber so werden wir zur schweigenden Mehrheit und überlassen den Hetzern und Hatern das Netz, sagt der Blogger Martin Weigert.

Was bis jetzt gegen Trolle getan wird

Es gibt die Anti Hate Speech Initiative von Bundesjustizminister Heiko Maas, es gibt Aktivsten, die sich gegen Trolle starkmachen: ZeroTrollerance ist zum Beispiel ein Projekt des Berliner Peng Kollektivs, das per Spracherkennung Trolle auf Twitter identifiziert. Die Bots reagieren auf rund 200 frauenfeindliche Wortkombinationen wie zum Beispiel "Attention Seeking Whore" und "Geh sterben, Schlampe!". Sie schicken dem Troll dann einfach eine nette Nachricht, zum Beispiel "Sie haben sich gerade wie ein Troll aufgeführt, möchten Sie sich bessern?"

Dann gibt es natürlich all die armen Social-Media-Beauftragten von Firmen, Parteien, Medien oder Bands, die versuchen, auf ihrem Twitter- oder Facebookprofil für einen gewissen Mindeststandard beim Umgang zu sorgen. Aber die breite Masse der Social-Media-Nutzer ignoriert die Hetzer einfach.

"Wenn wir alle nicht anfangen, hetzerischen oder populistischen Parolen zu widersprechen, dann lassen wir zu, dass sich die Atmosphäre immer weiter vergiftet und dass das Gesamtbild einer Debatte verzerrt wird."
Martin Weigert, Techblogger

Wenn die Trolle anrücken, dann lässt sich nämlich im Netz immer wieder beobachten, dass sich andere User zurückziehen. Und deshalb, sagt der deutsche Blogger Martin Weigert: Die breite Netzöffentlichkeit, die Extrempositionen von Populisten und Radikalen nicht teilt, müsse aufhören, die Trolle zu ignorieren, und sie stattdessen zur Rede stellen.