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Die Nachfrage nach Impfterminen kann er kaum bewältigen, sagt Jens Wasserberg. Er ist einer der Hausärzte, die nach Ostern mit dem Impfen gegen das Coronavirus in ihrer Arztpraxis begonnen haben.

Im Schnitt erhalten die Hausarztpraxen in der Woche 26 Impfdosen. Das ist nicht viel, aber ein Anfang. Jens Wasserberg ist einer der Hausärzte, die nach Ostern mit dem Impfen in ihrer Arztpraxis begonnen haben. Und seitdem kann sich seine Praxis kaum vor Anfragen retten, denn viele seiner Patientinnen und Patienten möchten geimpft werden. Diese Nachfrage könne seine Praxis kaum bewältigen, sagt Jens Wasserberg.

"Die Nachfrage ist riesig und eigentlich kaum noch bewältigbar."
Jens Wasserberg, Hausarzt

Damit das Telefon nicht überlastet wird, hat die Praxis eine eigene App entwickelt, über die sich Personen zum Impftermin anmelden können. Innerhalb von rund zwei Wochen seien darüber 600 Anmeldungen eingegangen. "Ohne, dass wir dafür überhaupt Werbung gemacht haben", sagt der Hausarzt.

Kapazitätsgrenzen der Hausarztpraxis erreicht

In seiner Impfsprechstunde direkt nach den Osterfeiertagen sei sehr viel los gewesen, berichtet er. Seine Praxis hätte recht schnell die Kapazitätsgrenzen erreicht. Auch weil andere Arztpraxen noch geschlossen hätten und er die Vertretung übernommen hat.

Grundsätzlich möchte der Arzt die Impfungen auf drei Tage verteilen. Er plant, die Patienten und Patientinnen von Dienstag bis Donnerstag zu impfen, sodass eventuell übrig gebliebene Dosen noch am Freitag verimpft werden könnten.

Software für die Planung

Für die Planung, wann welcher Patient geimpft wird und wann die zweite Impfung erfolgen soll, nutzt der Hausarzt eine Software, die eine Liste der Patienten und Patientinnen erstellt. Sein Praxisteam orientiere sich bei der Vergabe der Impftermine an dieser Liste und berechne, wieviel Impfstoff zur Verfügung steht und wer eingeladen werden kann.

"Ich habe selten den Fall erlebt, wie das in den letzten Stunden war, dass sich die Leute so was von gefreut haben über eine medizinische Maßnahme. Ich bin schon lange dabei, aber so viele glückliche Gesichter auf einem Haufen habe ich schon lange nicht mehr gehabt."
Jens Wasserberg, Hausarzt

Die Patientinnen und Patienten, die einen Impftermin in der Praxis bekommen haben, wurden darüber schon vor Ostern informiert und seien sehr glücklich gewesen, sagt Jens Wasserberg. "Damit haben Sie mir das schönste Ostergeschenk seit Langem gemacht", hätten manche zum ihm gesagt.

Überhaupt hätte er in seiner ganzen Zeit als Hausarzt noch nie so viele zufriedene Gesichter gesehen. Die Menschen würden sich geradezu übers Impfen freuen.

Durststrecke für Jüngere

Auf diese Freude müssten jüngere Menschen noch eine Weile warten, denn selbst die wenigen übrig geblieben Impfdosen darf der Hausarzt nur an Menschen über 60 und an Risikopatienten verimpfen. Der Fall, dass spontan Menschen für die Impfung ausfielen und Jüngere nachrückten, "ist nicht wirklich realistisch." Dafür müsste der Hausarzt viel mehr Impfdosen bekommen, damit das möglich wäre, sagt er.