Klar, für Hundebesitzer sind Hunde intelligenter als Katzen, und für Katzenbesitzer sind Katzen intelligenter als Hunde. Tierexperte Mario Ludwig, selbst Katzenbesitzer, wollte es ganz genau wissen und hat nach wissenschaftlichen Studien gesucht.

Die Wissenschaftlerin Suzana Herculano-Houzel von der Vanderbilt University in Nashville hat die Großhirnrinde von Hunden und Katzen untersucht. Dabei hat sie die Anzahl der Nervenzellen, die sich in der Großhirnrinde befinden, verglichen. Ergebnis: Hunde haben mit 530 Millionen Neuronen fast doppelt so viele wie Katzen mit 250 Millionen. Damit seien die Voraussetzungen beim Hund, komplexe Dinge zu bewerkstelligen, deutlich besser.

Neuronenanzahl sagt nichts über Intelligenz aus

Der österreichische Biologe und Verhaltensforscher Kurt Kotrschal schränkt das aber ein. Allein die Anzahl von Neuronen belegt ihm zufolge noch nicht, dass ein Tier intelligenter ist als das andere, sagt Mario Ludwig. Es komme laut Kotrschal vor allem auf die Dichte der Neuronen und deren Vernetzung an.

"Wahrscheinlich sind Hunde und Katzen in etwa gleich schlau."
Mario Ludwig, Deutschlandfunk-Nova-Tierexperte

Deshalb, so Deutschlandfunk-Nova-Tierexperte Mario Ludwig, lässt sich nicht eindeutig sagen, welche der beiden Arten nun schlauer ist. Denn es gibt deutliche Unterschiede bei bestimmten Fähigkeiten von Hunden und Katzen. Der Haustier-Forscher Immanuel Birmelin zum Beispiel habe herausgefunden, dass Katzen besser zählen könnte als Hunde. Dagegen besitze der Hund eine eher "kommunikative Intelligenz".

Hund und Katze sind gleich schlau

Im Rahmen einer Studie der University of Exeter and Canterbury Christ Church University haben Wissenschaftlern über 300 Veröffentlichungen analysiert, die sich mit den kognitiven Fähigkeiten von Hunden beschäftigen. Ergebnis: Hunde sind im Vergleich zu anderen Tieren nicht außergewöhnlich intelligent – auch nicht im Vergleich zu Katzen.

"Katzenbesitzer sind im Durchschnitt cleverer als Hundebesitzer."
Mario Ludwig, Deutschlandfunk-Nova-Tierexperte

Worauf es aber wissenschaftliche Hinweise gibt: Katzenbesitzer sind im Schnitt intelligenter als Hundebesitzer. Das jedenfalls hat Denise Guastello herausgefunden, Psychologin an der Carroll University in Waukesha, Wisconsin. Sie hat 600 Studierende zu ihrem Verhältnis zu Katzen und Hunden befragt und sie einem kleinen Intelligenztest unterzogen. Ergebnis: Die Katzenliebhaber haben besser abgeschnitten als die Hundeliebhaber. Bei der Untersuchung hat die Forscherin aber auch festgestellt, dass die befragten Hundefans temperamentvoller und kontraktfreudiger sind als die Katzenliebhaber, die eher introvertiert seien.

Steffi Orbach mit Toni / Mario Ludwig mit Kater
© Steffi Orbach | Elisa Reznicek | Collage: Deutschlandfunk Nova
Links: Steffi Orbach mit ihrem Hund Toni, rechts: Mario Ludwig mit seinem Kater

In einer weiteren Studie der Universität Bristol mit knapp 3000 Befragten wurde der Bildungsgrad von Katzen- und Hundebesitzern untersucht. Demnach haben 47,2 Prozent der Katzenbesitzer einen Hochschulabschluss, gegenüber nur 38,4 Prozent der Hundebesitzer.

An den Tieren selbst liegt das wohl nicht. Die Wissenschaftler nehmen an, dass Menschen mit einem höheren Bildungsgrad beruflich und zeitlich stark eingeschränkt sind und zu wenig Zeit haben, sich mit einem Hund zu beschäftigen. Deshalb würden sie eher zu Katzen neigen.