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2020 wurde bei mehr als 6600 Menschen Hautkrebs als Berufskrankheit infolge von UV-Strahlung anerkannt. Tendenz steigend. Es erkranken häufig Männer, die viel im Freien arbeiten. Zum Schutz vor dieser Berufskrankheit ist mehr Aufklärung und Arbeitsschutz notwendig.

Es gibt verschiedene Formen von Hautkrebs. Der weiße Hautkrebs zum Beispiel steht in direkter Verbindung zur UV-Strahlung. "Er entsteht da, wo besonders viel Sonne hinkommt", sagt Deutschlandfunk Nova-Reporterin Rahel Klein. Diese Form des Hautkrebses ist ungefährlicher als schwarzer Hautkrebs: Bei dieser Hauterkrankung gibt es einen Zusammenhang zwischen Sonnenbrand und Leberflecken.

Aber auch wenn der helle Hautkrebs weniger bedrohlich ist, ist er eine chronische Erkrankung und es können sich Metastasen bilden. Laut der Deutschen Krebsgesellschaft gehört der helle Hautkrebs in Mitteleuropa zu den häufigsten bösartigen Tumoren überhaupt.

"Am weißen Hautkrebs sterben weniger Menschen als am schwarzen. Aber er ist trotzdem eine chronische Erkrankung."
Rahel Klein, Deutschlandfunk Nova-Reporterin

2020 wurde bei mehr als 6600 Menschen in Deutschland Hautkrebs infolge von UV-Strahlung als Berufskrankheit festgestellt, so die Wochenzeitung Die Zeit. Sie bezieht sich auf aktuelle Zahlen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), die in einer Kleinen Anfrage der Linken an die Bundesregierung genannt werden. Die DGUV hilft nach einem Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit; sie zahlt auch Renten, falls Betroffene nicht in ihren Beruf zurückkehren können. 2015 zählte die DGUV noch knapp 3900 Hautkrebs-Fälle. Im Vergleich zu 2020 bedeutet das eine Steigerung um rund 70 Prozent.

Fälle von Hautkrebserkrankungen nehmen seit Jahren zu

Die DGUV führt bestimmte Formen des Hautkrebses erst seit 2015 als anerkannte Berufskrankheit. Deshalb könnten die Zahlen der ersten Jahren fälschlicherweise zu niedrig ausgefallen sein, so Rahel. Erst durch die Anerkennung und ein gesteigertes Bewusstsein werden die Zahlen an Aussagekraft gewinnen. Klar ist aber, dass Hautkrebs die am zweit häufigsten anerkannte Berufskrankheit ist. Noch häufiger sind Fälle von Schwerhörigkeit durch Lärm.

"Nach Lärmschwerhörigkeit ist Hautkrebs die am häufigsten anerkannte Berufskrankheit."
Rahel Klein, Deutschlandfunk Nova-Reporterin

Betroffen sind vor allem Männer, die viel im Freien arbeiten. Dazu gehört der Hoch- und Tiefbau, Straßenbau, Dachdeckereien, Land- und Forstwirtschaft oder auch Wasserversorgung und Abfallentsorgung. In diesen Jobs sind Menschen teils acht Stunden am Tag der Sonne ausgesetzt und werden nicht immer ausreichend vor der Sonneneinstrahlung durch Maßnahmen ihrer Arbeitgeber geschützt. Laut Zeit heißt es in der Antwort der Bundesregierung, dass zwei Drittel der Beschäftigten sagen, dass sie noch nicht einmal über die Gefährdungen durch die Sonne aufgeklärt wurden.

Mehr Schutz vor der Sonne für Arbeiter und Arbeiterinnen

Je nach Form entwickelt sich Hautkrebs teils über Jahrzehnte und nimmt mit dem Alter zu. Im Durchschnitt erkranken Menschen am häufigsten erst im Alter zwischen 60 und 70 Jahren an weißem Hautkrebs. Die Jahre davor sind entscheidend. Politiker und Politikerinnen sowie Gewerkschaften fordern deshalb für die Menschen, die hauptsächlich im Freien arbeiten, mehr Arbeitsschutz, um direkte Sonnenstrahlung zu vermeiden. Möglich ist das durch Sonnensegel oder Überdachungen. Auch andere Arbeitszeiten können helfen: zum Beispiel eine längere Mittagspause, wenn die Sonne besonders hoch steht.

"Mehr Arbeitsschutz ist zum Beispiel möglich durch Sonnensegel oder Überdachungen."
Rahel Klein, Deutschlandfunk Nova-Reporterin

Außerdem müssen die Menschen besser aufgeklärt werden, damit sie sich ausreichend schützen können, zum Beispiel mit Sonnencremes oder entsprechender Kleidung. Ein weißes Baumwoll-Shirt lässt noch ein Zehntel der UV-Strahlung durch, dicht gewebte, dunklere Stoffe dagegen nur ein Zwanzigstel. Hüte, Kappen und gute Sonnenbrillen gehören auch zu einem guten Sonnenschutzkonzept.