Andere in ihrem Alter machen eine Kreuzfahrt, sie setzt sich mit 77 Jahren in ein 84 Jahre altes Auto und fährt um die Welt. Wir erwischen Heidi Hetzer kurz hinter der Grenze von Aserbaidschan am Telefon und sprechen mit ihr über Schlafmangel, kaputte Vergaser und Fernweh.

Die Telefonleitung nach Aserbaidschan knackt und rauscht etwas, aber das kann Heidi Hetzers Charme nichts anhaben. "Alle wollen immer wissen, wie alt ich bin", erzählt sie. Uns interessiert viel mehr, warum sich eine alte Dame nicht zur Ruhe, sondern in einen Oldtimer setzt und um die Welt fährt. "Na, was soll ich denn sonst machen? Soll ich rumsitzen und nichts machen? Meine Kinder haben gesagt: `Du stirbst, wenn Du nichts machst.´"

Stimmung ist gut, Tacho kaputt

Hetzers Reise ist ambitioniert. Nach Aserbaidschan will sie noch in den Iran und dann nach "Turkmenistan, Usbekistan, Kirgistan, Kasachstan, Russland, Mongolei, China". Und noch viel viel weiter - die Rückkehr nach Berlin ist für den Sommer 2016 terminiert. Vorausgesetzt, der Hudson macht mit. Problematisch sind eigentlich nur die Umbauten, die nachträglich gemacht wurden. Und der Tacho ist kaputt. Aber sonst - "eigentlich alles wunderbar".

"Das ist doch ein zuverlässiges Auto. Das hat acht Zylinder. Die kriegt man doch gar nicht kaputt. Ich habe natürlich keine Klimaanlage, das Fenster ist die Klimaanlage."
Heidi Hetzer

Problematisch sei nur, so Hetzer, dass sie ständig extra Geld zahlen muss. Zum Beispiel bei der Einreise nach Aserbaidschan sollen 20 Euro für die Autobahn fällig geworden sein. Und 40 für Versicherungen. Und dann wurden auch noch 1500 Euro für "Speeding" verlangt. "Speeding. Mein Auto kann gar nicht beschleunigen."