Für Judith und Chris hieß es vergangenes Jahr: verliebt, verlobt, verschoben. Nachdem ihre Hochzeit wegen der Coronavirus-Pandemie 2020 ausgefallen ist, holen sie ihr Trauung und Feier jetzt nach – mit viel Gelassenheit und Vorfreude.

Am 22. Mai 2021 war es für Judith und Chris so weit: Sie konnten "Ja" zu einander sagen – endlich. Ein Jahr später als geplant hat das Paar aus Köln standesamtlich geheiratet.

Eigentlich hatten sie vor, ihre Hochzeit im Mai 2020 zu feiern, doch dann kam Corona. Eineinhalb Jahre haben sie ihre Hochzeitsfeier damals geplant, um plötzlich alles zu verschieben. Eine eingeschränkte Feier mit Mundschutz und Abstandsregeln wollten die beiden nicht. Ähnlich schien es vielen anderen Paaren im Corona-Jahr ergangen zu sein: Deutschlandweit wurden 2020 laut Statistischem Bundesamt etwa zehn Prozent weniger Ehen geschlossen als vor der Pandemie.

Erst Standesamt, dann freie Trauung mit Party

Heute, ein Jahr später, lässt die ausgelassene Party, auf die sich die beiden Anfang 2020 noch gefreut hatten, weiter auf sich warten. Bei ihrer Eheschließung im Standesamt konnten wegen der Corona-Maßnahmen nur ihre Trauzeugen und die beiden Mütter von Judith und Chris dabei sein. Doch auch mit dieser Einschränkung fühlte sich der Schritt für das Hochzeitspaar gut an, sagt Chris. Um ein weiteres Jahr wollten sie ihr Ja-Wort nicht noch einmal verschieben.

"Wir waren uns einig, dass wir es jetzt durchziehen mit dem Gedanken: Fuck you, Corona."
Chris hat wegen der Corona-Pandemie ein Jahr später geheiratet als geplant

Ihre Hochzeit haben sie deshalb einfach auf zwei Tage aufgeteilt: die standesamtliche Trauung im Mai, gefolgt von einer Party – bei wahrscheinlich niedrigem Inzidenzwert – im Juli.

Die Feier an einem Strand in Monheim am Rhein möchten Judith und Chris mit einer freien Trauung verbinden, damit sie ihr Ehegelöbnis auch mit ihren Freunden und der Familie teilen können. Nach dem Verschiebungsdilemma des vergangenen Jahres sei nun alles wieder gut. Jetzt freuen Judith und Chris sich auf eine Hochzeitsfeier, die vor allem eines seien soll: ausgelassen.

"Wir machen jetzt das Beste draus. Ich habe auch Lust, die Sau raus zu lassen – gerne auch bis morgens um sieben, damit man endlich aufholen kann, was wir das ganze Jahr nicht hatten."
Judith und Chris haben ihre Hochzeit wegen Corona um ein Jahr verschoben

Draußen und mit negativem Test feiern

Damit sich ihre Gäste auch in Hinblick auf die Corona-Maßnahmen sicher fühlen, müssen sich vorher alle auf das Virus testen lassen. Das ist die Vorgabe der Location, an der die Hochzeit stattfindet, erklärt Eventmanager Musa Yilmaz.

Das sei zwar gesetzlich nicht vorgeschrieben und für ihn als Veranstalter auch ein Mehraufwand, weil er dafür zusätzliches Personal anstellen müsse, aber es sorgt eben für ein Stück mehr Sicherheit unter den Gästen. Zumal das Gesundheitsamt im Fall einer Infektion eine Kontaktliste zur Nachverfolgung anfordert.

"Damit sich auch diejenigen, die nicht geimpft oder genesen sind, wohler fühlen, sagen wir: Jeder muss getestet sein."
Musa Yilmaz, Eventmanager

Judith und Chris planen mit etwa 80 Gästen. Weil sie in einer Außenlocation feiern, fällt eine Masken- oder Abstandspflicht weg. Zusätzlich wird mindestens die Hälfte der Gäste bis zu ihrer Feier vollständig geimpft sein, erklärt das Paar, weswegen ihnen der Gedanke an mögliche Ansteckungen weniger Sorge bereitet.

Gelassen an die Hochzeitsplanung

Im vergangenen Jahr haben Judith und Chris gelernt, mit Gelassenheit an ihre Hochzeitsplanung zu gehen. Gerade weil sich die Situation in der Corona-Pandemie ständig verändert, möchten sie sich nicht schon Wochen vor der Feier verrückt machen, sagt Judith. Auch wenn sie die Meldungen über die sich aufbereitenden Virus-Varianten konstant im Blick behalten.

Hoffnungen für eine Hochzeitssaison trotz Pandemie

Ähnlich gelassen versucht auch Eventmanager Musa Yilmaz auf die Hochzeitssaison 2021 zu blicken. Wegen der Corona-Pandemie ist sein Geschäft im vergangenen Jahr um 80 Prozent eingebrochen, sagt er. Statt Hochzeitsfeiern auszurichten, haben er und sein Team mit ihren Gästen über Stornierungen und Verschiebungen gesprochen. Und gleichzeitig in den vergangen eineinhalb Jahren immer die Vorgaben aus der Politik verfolgt.

Jetzt hofft er, dass die zehn Hochzeitsfeiern, die für dieses Jahr in der Veranstaltungslocation geplant sind, auch stattfinden können. Egal welche Corona-Maßnahmen sie dafür umsetzen müssen oder welches Sicherheitskonzept sie dafür einreichen sollen, Hauptsache, es geht voran, sagt der Eventmanager.