Von Äthiopien bis zum Kongo hat sich eine Raupe namens Herbst-Heerwurm in 21 afrikanischen Ländern ausgebreitet. Sie frisst in kürzester Zeit ganze Maisfelder kahl.

Die Falterart Spodoptera frugiperda kam vor Kurzem hauptsächlich in Südamerika vor. Anfang 2016 wurde sie zum ersten Mal in Nigeria gesichtet. In nur einem Jahr hat sich der Falter in 21 afrikanischen Ländern ausgebreitet. 

Die Raupen des Falters heißen Herbst-Heerwurm. Sie hatten in der Vergangenheit schon große Ernteschäden in Brasilien verursacht. Über Ernteerzeugnisse ist die Raupe vermutlich nach Afrika eingeschleppt worden - und frisst dort innerhalb eines Tages ein ganzes Maisfeld leer. Und sie breitet sich rasant aus.

Problematisch ist auch, dass die Falter, die sich aus den Raupen entwickeln, in einer Nacht mehrere hundert Kilometer weit fliegen können. Das führt zu einer rasanten Ausbreitung. 

"Problem ist auch, dass der Herbstheerwurm quasi noch on top zu den bereits bekannten afrikanischen Heerwürmern Schaden anrichtet. Und er könnte statt dem Mais auch andere Gräser, wie etwa Getreide fressen - wenn kein Mais da wäre."
Hans Dreyer, Welternährungsorganisation

Als eingeschleppte Art hat der Herbst-Heerwurm keine natürlichen Feinde in Afrika. Bauern setzen jetzt Pestizide gegen die Raupen ein. Genauso wie in Südamerika, wo die Falter-Larven allerdings schon Resistenzen gegen manche Pestizide entwickelt hat.

Raupen werden bekämpft: Pestizide, Wespen und Viren

In Südamerika setzt man jetzt fleischfressende, parasitäre Wespen auf die Raupen an. Das könnte auch eine Lösung für Afrika sein. Das wäre dann aber eine weitere Insekten-Art, die dort nicht heimisch ist. Je nach dem wie sich die Wespen verhalten, könnten sie eine Bedrohung für die dort natürlich vorkommenden Arten darstellen. 

Forscher testen, ob sie Biopestizide - genauer gesagt einen Virus - gegen die Raupen einsetzen können. 

Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Insekten-Art sich auch in Europa ausbreitet. An Häfen und Flughäfen wurde sie bereits gefunden. Die Ware, die von der Raupe befallen war, musste vernichtet werden. Einziger Vorteil den Europa hat: Die Raupen vertragen keinen Frost.

"Und den Vorteil, den wir in Europa noch haben: Bei uns wird es, anders als in den Tropen, ja ziemlich kalt im Winter. Und Frost vertragen die Motten zum Glück nicht."
Hans Dreyer, Welternährungsorganisation

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