Der Name ist Programm: Der Heerwurm frisst nicht nur innerhalb eines Tages ganze Maisfelder ab, er breitet sich außerdem besonders erfolgreich aus. Vor einer Invasion des Schädlings warnte jetzt auch die Lebensmittel und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, die FAO.

Der Heerwurm stammt ursprünglich aus Südamerika. Bereits im vergangenen Jahr vernichtete er im südlichen Afrika einen Großteil der Ernte. Zum Beispiel in Simbabwe, wo auf 90 Prozent der Felder Mais wächst. 70 Prozent der Maisernte war verloren. Als Heerwurm bezeichnet man die Larven bzw. Raupen verschiedener Falteralten - im aktuellen Fall geht es um den Eulenfalter Spodoptera frugiperda.

„In gewissen Regionen befürchten wir eine Hungernot. Also in Ländern, in denen Mais das Hauptnahrungsmittel ist.“
Hans Dreyer von der FAO

Mais ist Grundnahrungsmittel in vielen Ländern

Da in vielen afrikanischen Staaten ursprüngliche Getreidesorten wie Perlhirse oder Sorghum dem Mais in den letzten Jahren weichen mussten, sind viele afrikanische Staaten auf eine gute Maisernte angewiesen.

Natürlich könnte man mit Insektiziden gegen die Raupen vorgehen. Allerdings kann das keine langfristige Lösung sein, sagt Hans Dreyer. Zudem sei es wichtig, dass der Wurm schnell erkannt wird, um gegen ihn vorzugehen.

„Längerfristig muss man in den betroffenen Ländern wirklich eine gute Beratung aufbauen."
Hans Dreyer, Zuständiger für Pflanzenanbau bei der FAO

Ein Problem bei der Bekämpfung des Heerwurms ist, dass er ein eingeschleppter Schädling ist und deshalb keine natürlichen Feinde in Afrika hat. Zudem kann der Heerwurm neben Mais und Gerste auch Pflanzen wie Auberginen oder Bohnen befallen.

Ausbreitung nach Europa und Asien möglich

Die FAO befürchtet, dass sich der gefräßige Wurm auch im mediterranen Raum und Asien ausbreiten könnte. Die nordeuropäische Maisernte wird von dem Heerwurm aber nicht betroffen sein - obwohl schon Exemplare an Flughäfen und Häfen gefunden worden. Dem Wurm ist es in unseren Breitengraden nämlich einfach zu kalt.