Urlaub in Corona-Zeiten erfordert einiges mehr an Planung als ein normaler Urlaub. Worauf man bei der Urlaubsplanung im Herbst achten sollte und welche Regeln in Bezug auf Risikogebiete gelten, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Krissy Mockenhaupt.

Generell gilt: Ein Gebiet wird aus deutscher Sicht als Risikogebiet eingestuft, wenn innerhalb einer Woche mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner aufgetreten sind. Das ist beispielsweise derzeit in fast ganz Frankreich der Fall und in fast den ganzen Niederlanden. Für Italien gibt es aktuell noch keine Reisewarnung, doch das kann sich schnell ändern.

"Wenn es innerhalb von einer Woche mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gibt, dann gilt eine Gegend aus deutscher Sicht als Risikogebiet."
Krissy Mockenhaupt, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Wer also einen Herbsturlaub geplant hat, sollte immer up to date bleiben. Über aktuelle Risikogebiete könnt ihr euch auf den Seiten des Auswärtigen Amts und des Robert-Koch-Instituts informieren. Um zu checken, ob das Zielland möglicherweise bald zum Risikogebiet werden könnte, gibt es die aktuellen Zahlen der Neuinfektionen auf den Seiten der Weltgesundheitsorganisation und speziell für Europa beim ECDC, dem European Center of Disease Prevention and Control.

Anderes Land, andere Regeln

Außerdem macht es Sinn, die Regeln, die jedes Land individuell für die Ein-und Ausreise festgesetzt hat, vor der Reise zu checken. Beispielsweise müssen Einreisende nach Griechenland vorher ein Online-Formular ausfüllen, das einen QR-Code generiert, den sie dann bei der Einreise vorzeigen müssen. Infos für das europäische Ausland findet ihr bei Re-open EU.

Wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, kann zusätzlich die Webseite der Regierung des Ziellandes besuchen. Die wichtigsten Infos werden dort auf Englisch und teilweise auch auf Deutsch angeboten. Für Reiseländer außerhalb Europas lohnt sich zusätzlich ein Blick auf die entsprechenden deutschen oder ausländischen Botschaften. Das Auswärtige Amt hat hierzu eine Liste erstellt mit allen Kontakten zu den einzelnen Botschaften.

Regionale Unterschiede beachten

Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Krissy Mockenhaupt rät zusätzlich dazu, in der Recherche etwas gezielter vorzugehen. Wer also beispielsweise nach Paris fahren möchte, sollte nicht nur die Seite der französischen Regierung, sondern auch die Seite der Stadt Paris und der Region drum herum checken.

In Deutschland werden von Urlaubern aus deutschen Risikogebieten künftig negative Tests verlangt. Andernfalls dürfen Reisende etwa aus Hamm oder Teilen Berlins in vielen Bundesländern nicht mehr in Hotels übernachten. Die obligatorische zweiwöchige Quarantäne entfällt dadurch. Allerdings gibt es einige Bundesländer, die von dieser Regelung, die auf einer Telefonschaltkonferenz der Länder entstanden ist, abweichen wollen. Details finden sich auf der Übersichtsseite der Bundesregierung.

Quarantäne-Regelungen nach der Heimreise beachten

Nach dem Urlaub gibt es auch noch einiges zu beachten. Bisher gilt auf den Seiten des Robert-Koch-Instituts und des Bundesgesundheitsamtes die Regel, dass alle Reiserückkehrerinnen- und rückkehrer aus einem Risikogebiet 14 Tage in Quarantäne oder einen negativen Covid-19-Test vorweisen müssen.

Jedoch sind hier bereits Änderungen geplant: Bund und Länder haben sich vor einigen Wochen darauf geeinigt, dass Reisende aus Risikogebieten ab Mitte Oktober pauschal in eine fünftägige Quarantäne müssen, bevor sie einen Test machen können.

Selbstständig nach dem Urlaub melden

Zusätzlich gilt: Wer aus einem Risikogebiet zurückkommt, muss ein Formular, die sogenannte Aussteigerkarte, mit Kontakt- und Reisedaten ausfüllen und dieses beim ortsansässigen Gesundheitsamt abgeben. Wer mit dem Flugzeug oder Zug reist, bekommt diese Karte meist dort, wer mit dem Auto reist, muss sich eigenständig darum kümmern.

Bei allgemeinen und spezielleren Fragen rund um das Thema Reisen in Corona-Zeiten findet ihr auf der Seite des Bundesgesundheitsamtes verschiedene Telefonnummern und Informationsmaterial.

Hinweis: Nach einer Telefonschaltkonferenz der Länder, die nach unserem Gespräch stattfand, haben sich die Einreisebestimmungen für Reisende aus deutschen Risikogebieten in einzelnen Bundesländern teilweise geändert. Wir haben den Text deshalb angepasst.