"Ähs" sind ganz alltäglich und an sich auch kein Problem. Wenn sie aber im Radiogerät eures Vertrauens überhand nehmen, schaltet ihr ab. Deswegen werden "ähs" und "ähems" bei Radioproduktionen auch größtenteils herausgeschnitten. Doch wohin mit dem rausgeschnittenen Sondermüll?

Sprachwissenschaftlich gesehen ist das "äh" oder das "ähem" ein "Überbrückungs-" oder "Hesitationsphänomen". Die machen einen erheblichen Teil der Sprechzeit aus und werden normalerweise überhört, erleichtern sogar das Verständnis, weil der Hörer sich weniger konzentrieren muss als bei einem druckreifen Text. Nehmen die Hesitationen aber überhand, schaltet der Hörer ab. Deswegen werden sie meistens herausgeschnitten. Aber - und darüber machen sich die wenigsten Gedanken:

Was macht man denn mit dem ganzen herausgefilterten Äh-Schrott?

Das Peng!-Lab ist ja dafür bekannt, dass man sich dort genau diese Gedanken macht, die sich andere nicht machen - von denen andere gar nicht wissen, dass man sie sich machen könnte, wenn man von deren Existenz wüsste und das überhaupt wollte... ähm, ja.

Stephan Beuting vom Peng!-Institut für Überbrückungsphänomen-Deponiewesen und Verbalrecycling hat sich Einblicken in die Problematik verschafft. Dazu war er im Kölner Süden und hat sich die "Äh"-Lagerstätte des Deutschlandradios angesehen...

"Hans-Jürgen Bartsch betreut unter anderem den Hörsaal bei DRadio Wissen – ein Radioformat mit Vorlesungen aus Universitäten. Durch seine intensive Beschäftigung mit den Ähs ist er vor zwei Jahren zum Äh-Beauftragten gewählt worden."
Stephan Beuting