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Menschen radikalisieren sich vor allem im Netz - egal, ob es sich dabei um rechtsextreme, islamistische oder antisemitische Radikalisierung handelt. Die extremistischen Codes und Verschwörungsmythen zu erkennen, ist für viele Menschen nicht einfach. Mit dem Spiel Hidden Figures sollen vor allem Jugendlichen dafür sensibilisiert werden, welche Symbole und Aussagen extremistisch sind und wie sie darauf reagieren können.

Klar, es gibt extremistische und menschenfeindliche Symbole, die jeder kennt. Auf Posts und in Videos tauchen sie eher selten auf, zum Beispiel weil sie verboten sind. Es gibt aber auch Symbole und Äußerungen, die nicht auf den ersten Blick als rassistisch, antisemitisch oder islamistisch zu erkennen sind. "Genau das wollen wir mit dem Handyspiel Hidden Figures ändern", erklärt Deborah Schnabel von der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt, die das Spiel zusammen mit einer Spielefirma und Illustratoren entwickelt hat.

Social Media als Ort der Radikalisierung

Das digitale Lernspiel ist in mehreren kurzen Episoden aufgeteilt. Es wird zunächst vor allem in Schulen angeboten. Der Schauplatz des Spiels ist ein soziales Netzwerk, auf dem man Storys schauen, Inhalte teilen und kommentieren kann. Zusätzlich gibt es eine Chatfunktion. Denn genaud dort würde die Radikalisierung stattfinden. Damit wollte man an der Realität der Zielgruppe anknüpfen, sagt Projektleiterin Deborah Schnabel. "Das haben uns auch SchülerInnen zurückgemeldet, die das Spiel schon getestet haben."

"Unser Ziel ist es, dass die Jugendlichen bestimmte Aussagen als radikal einstufen und darauf entsprechend reagieren können."
Deborah Schnabel, Projektleiterin in der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt

In Hidden Codes sollen die Spielenden, die nicht immer leicht zu erkennenden und zu deutenden Codes und Symbole von extremistischen Gruppierungen kennenlernen.

Handlungsoptionen für die Realität erspielen

"Es geht nicht darum, auf bereits radikalisierte Personen einzuwirken, sondern Jugendlichen Argumenten und Handlungsoptionen vorzustellen, um gegen extremistische Positionen Haltung zu beziehen", erklärt Deborah Schnabel. Idealerweise, so die Hoffnung, übertragen die Spielenden dieses Verhalten dann auf die Realität.