Hierarchien sind erfolgreich, aber auch gefährlich für die Gruppe, weil die Kommunikation nicht gut funktioniert. Das zeigt ein Beispiel aus der Welt der Bergsteiger.

Ob die Bergsteigergruppe es bis zum Gipfel schafft oder nicht, darüber entscheidet die Hierarchie in der Gruppe. Das ist das Ergebnis einer Studie, die Wissenschaftler der Columbia Business School im Fachmagazin PNAS veröffentlicht haben. Allerdings hat eine strenge Hierarchie auch ihren Preis, sagen die Forscher. Die straff organisierten Gruppen schaffen es zwar öfter bis zum Gipfel als Gruppen, in denen mehr Gleichberechtigung herrscht. Allerdings sind in den hierarchischen Gruppen auch mehr Mitglieder auf der Strecke geblieben.

Erfolg geht über Leichen

Warum kommt es in hierarchischen Gruppen zu mehr Todesfällen? Die Wissenschaftler sagen, dass durch die hierarchische Kultur die Kommunikation in der Gruppe behindert ist. Der Anführer bestimmt, wo es lang geht. Andere Bergsteiger sehen vielleicht drohende Gefahren, trauen sich aber nicht, ihren Anführer darauf hinzuweisen, zu kritisieren oder zu widersprechen. So gerät die Gruppe in riskante Situationen, die Leben kosten können. Dadurch, dass weniger diskutiert wird, kommt sie schneller ans Ziel.

Warnung an Unternehmen

Für ihre Studie haben die Wissenschaftler 150 Bergsteiger aus mehreren Ländern befragt. Außerdem haben sie analysiert, welche Himalaja-Expeditionen aus diesen Ländern in den letzten 100 Jahren erfolgreich waren. Übertragen auf andere gesellschaftliche Gruppen oder beispielsweise auf Abteilungen in Unternehmen sagen die Forscher, dass hierarchisch organisierte Gruppen darauf achten müssen, Mitarbeitern zu ermuntern, ihre Ideen, Einschätzungen und Kritik zu äußern.