Bevor Hindus einen neuen Tempel bauen, muss erst eine Kuh entscheiden, ob das Grundstück etwas taugt, so ist es Tradition. In Bremen hat eine Kuh genau das jetzt getan.

Die Milchkuh Madel hatte heute (17.01.) bei einer traditionellen Hidu-Zeremonie eine wichtige Aufgabe: Sie prüfte, ob die Religionsgemeinschaft den richtigen Ort für ihren Neubau gefunden hat. Die Kuh gilt Hindus als heilig. Die Herkunft des Tieres ist dabei unwichtig.

"Die Kuh ist ein heiliges Tier. Wenn wir eine Kuh anbeten, beten wir zu allen Göttern. Darum ist das egal, woher die Kuh kommt."
Pathmakaran Pathmanathan, hinduistische Gemeinde Bremen

Gemeindevertreter Pathmakaran Pathmanathan erklärt, dass es in Indien und Sri Lanka Brauch ist, Kühe auf ein Grundstück zu führen, das bebaut werden soll. Wenn sie bleibt, ist es ein guter Ort, um ein Haus oder einen Tempel zu errichten, sagt Pathmanathan. Deshalb war es der Gemeinde wichtig, die von einem Bremer Landwirt ausgeliehene Kuh zu befragen.

"Wenn wir diesen Bau fertig haben und ihn einweihen, dann soll Madel wieder kommen."
Pathmakaran Pathmanathan, hinduistische Gemeinde Bremen

Ist der Baugrund also geeignet? Madel entschied sich für Ja! Die vorher von Priester Prasad Agilandam gesegnete und von der Gemeinde mit Blumen geschmückte Kuh blieb auf dem Grundstück im Bremer Stadtteil Blockdiek stehen. Wäre Madel weggelaufen, hätte die Gemeinde noch mal über den Bau beraten müssen, erklärt Pathmanathan. Die offizielle Baugenehmigung steht jetzt aber noch aus.