Ein Produkt von Studenten für Studenten, damit werben Chris Volke und Florian Mack für ihr Getränk "Neuronade". Sie waren auf der Suche nach einem leistungssteigernden Mittel, um besser durch Prüfungsphasen und Semesterarbeiten zu kommen.

Reine Muntermacher, so hatten die beiden Leipziger Studenten für sich selbst festgestellt, halten zwar wach, aber steigern nicht die Denkleistung. Das Hirn braucht also etwas anderes. Per Zufall stieß Florian Macks Mutter auf die Brahmi-Pflanze, bei indischen Studenten sehr beliebt weil sie eine lernfördernde Wirkung hat.

Natürliches Tuning

Die beiden machten sich auf die Suche nach weiteren pflanzlichen Stoffen, die sich ebenfalls fördernd auf die Hirntätigkeit auswirken sollen wie Rosenwurz oder Heidelbeere. Nach einer Zeit der Experimentier- und Entwicklungsphase mit professioneller Unterstützung brachten sie vor ein paar Monaten "Neuronade" auf dem Markt.

Der Selbstversuch

Unsere Moderatorin Inga Hinnenkamp testet an sich selbst live die Wirkung, während Wissenschaftsjournalistin Kathrin Baumhöfer die Inhaltstoffe auseinander nimmt.

"Es schmeckt belanglos, wie ungesüßter grüner Tee, und ist matschig rot gefärbt."
Inga Hinnenkamp, Moderatorin

Die ayuverdische Wunderpflanze Brahmi, auch kleines Fettblatt genannt, verspricht eine bessere Lernfähigkeit. Wissenschaftlich sei das nicht belegt, das liegt schon allein an den widersprüchlichen Studien, die dazu durchgeführt wurden, erklärt Kathrin Baumhöfer.

Haarsträubende Studien

Rosavin und Salidrosid, ebenfalls Bestandteile der "Neuronade", stammen aus der Rosenwurz und wirken stress- und angstlösend. Studien, die die Wirkung nachweisen sollen, nennt Kathrin Baumhöfer haarsträubend.

"Das geht so weit, dass zum Beispiel die Placebo-Kontrolle weggelassen wurde, was nichts anderes bedeutet, dass die Studie überhaupt keine Aussagekraft hat."
Kathrin Baumhöfer, Wissenschaftsjournalistin

Bei den anderen Inhaltsstoffen wie Omega3-Fettsäuren oder Antioxidantien handelt es sich um Stoffe, die sich nachweislich günstig auf bestimmte Körperfunktionen und Stoffwechselprozesse auswirken - aber eher auf eine allgemeinere Art und Weise.

Gute Ernährung, viel Trinken - mehr braucht's nicht

Alles in allem kann Kathrin Baumhöfer die "Neuronade" nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten weder empfehlen noch davon abraten. Grundsätzlich braucht das Gehirn, um gut funktionieren zu können, Glukose und Sauerstoff. Alle anderen Wirkstoffe, die für optimale Stoffwechselprozesse im Körper sorgen, nehmen wir in der Regel über eine ausgewogene Ernährung auf. Außerdem ist Trinken sehr wichtig, damit die Wirkstoffe optimal über das Blut ins Gehirn transportiert werden. Ob wir in dem Getränk noch ein Pülverchen auflösen, beeinflusst unsere Gehirntätigkeit nicht entscheidend, sagt Kathrin Baumhöfer.

Und der Selbstversuch?

Nach zirka zwei Stunden Wirkzeit erkundigen wir uns bei Inga, ob sie eine Veränderung wahrgenommen hat: "Nichts" ist ihre ebenso knappe wie vernichtende Antwort.