Du bist, was du denkst. Zumindest bist du daran zu erkennen, haben Forscher der Universität Yale festgestellt. Menschen lassen sich durch ein einmaliges Muster ihrer Hirnaktivität identifizieren.

Die Persönlichkeit jedes Menschen steckt tatsächlich sogar für andere sichtbar in seinem Gehirn. Man muss nur genau genug hinschauen. In dem Forschungsprojekt der Universität Yale hat man dies mithilfe funktioneller Magnetresonanztomografie, einer speziellen Form der Kernspin-Tomografie, untersucht. Im Fokus der Aufmerksamkeit der Forscher stand die Analyse, welche Hirnregionen in unterschiedlichen Situationen aktiv sind und über welche Knotenpunkte sie miteinander verknüpft sind.

Über 100 Menschen konnten die Forscher anhand dieser Scans unterscheiden. Dabei war es gleich, ob die Probanden während des Scans ruhten oder Aufgaben lösten, die Emotionen, Wissen oder die Motorik forderten. Für ihre Untersuchungen verwendeten die Forscher Daten des Human Connectom Projects. Das Großprojekt hat sich zur Aufgabe gemacht, eine neue "Navigationskarte" des Gehirns zu erstellen. Es will das Konnektom, das verwobene Netz aus Nervenbahnen des Körpers, entwirren und visualisieren.

Ziel der Wissenschaftler der Universität Yale ist es nun, nicht mehr nur Gemeinsamkeiten, sondern auch die Unterschiede der Gehirne zu erkennen. Jeder Mensch hat individuelle Verknüpfungen, die unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Bei dem einen löst der Gedanke an Kaninchen beispielsweise ein Gefühl von Zuneigung aus, während das Wort bei anderen mit dem Genuss von Kaninchenbraten verknüpft wird. Hierbei werden unterschiedliche Areale angesprochen.

Für die Unterscheidung in ihren Tests waren vor allem die Hirnareale im Stirnlappen und Scheitellappen relevant. Anhand der Aktivität der dort verorteten Knotenpunkte konnten die Forscher bereits bestimmte Persönlichkeitsmerkmale ablesen. Beispielsweise die fluide Intelligenz: Das meint quasi alles, wofür man nichts wissen muss. Wie etwa die Fähigkeit zu erkennen, welcher Schlüssel in welches Schloss passt.

Auch für die Medizin sind diese Erkenntnisse von Bedeutung. Um zu verstehen, wie sich Hirn-Krankheiten auswirken können, benötigt die Wissenschaft ein gesichertes Bild davon, wie das Gehirn normalerweise funktioniert.

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