Seit Mobiltelefone Kameras haben, gibt es eine Masse an Bildmaterial im Netz, sagt Kai Gniffke, Chef der Tagesschau. Doch was ist authentisch? Die Redaktion muss sorgfältig prüfen, Fehler sind nicht ausgeschlossen.

Am Anfang steht immer die Frage: Braucht die Redaktion tatsächlich Material, das nicht aus dem eigenen Haus kommt, also sogenanntes Fremdmaterial? Falls ja, wird im fertigen Fernsehbeitrag die Quelle eingeblendet. Dafür muss man jedoch die Quelle kennen.

"Wenn wir bei unserer Suche im Netz auf Bilder stoßen, die von Menschen hochgeladen worden sind, die wir nicht kennen, wird es sehr kniffelig."

Unbekanntes Bildmaterial wird von der Redaktion auf Echtheit geprüft. Dazu versucht die Redaktion zunächst Kontakt mit den Machern aufzunehmen. Vom wem kommen die Bilder? Wer hat sie hochgeladen? Danach beginnt ein detektivischer Indizienprozess, sagt Gniffke.

Dazu gehört es, die Bilder oder das Video ganz genau zu analysieren: Ist der angebliche Ort wirklich der echte? Passen die Dialekte, die im Ton zu hören sind, zu der Region? Passt das Wetter? Stehen die Häuser wirklich an dieser Straßenecke?

Während des letzten Anschlages am Brüsseler Flughafen konnte so falsches Bildmaterial aussortiert werden, sagt Gniffke. Es gab Bilder, die die Explosionen vor Ort zeigen sollten. Doch die Recherche ergab, dass die Bilder den Moskauer Flughafen zeigen.

Die Bilder waren aus dem Irak, nicht aus der Ukraine

Fehler passieren aber auch bei der Tagesschau. Ein Beispiel nennt Gniffke: Ein Video sollte einen Hubschrauberabschuss im Ukraine-Konflikt zeigen - tatsächlich stammte das Material aber aus dem Irak. Die Tagesschau ging dem falschen Material auf den Leim. "Wir haben damals ein falsches Bild gesendet", sagt Gniffke. "Das haben wir hinterher sehr deutlich und öffentlich gemacht."

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