Tiere haben Strategien mit extremen Wetterbedingungen umzugehen und sind in der Lage sich anzupassen. Viel bedrohlicher ist für sie, dass der Mensch ihnen ihren Lebensraum einschränkt, sagt Naturschutzreferentin Katrin Koch vom Nabu in Berlin.

Wenn man einen toten Igel oder ein Eichhörnchen im Park findet, muss das nicht unbedingt daran liegen, dass das Tier verdurstet ist. Katrin Koch ist Naturschutzreferentin beim Nabu Berlin und sagt, dass man vorsichtig damit sein sollte, so etwas auf die andauernde Trockenheit und Hitze zu schieben. Wer tatsächlich wissen möchte, was mit dem Tier passiert ist, muss es ins Labor bringen. 

"Tiere sind seit tausenden von Jahren mit unterschiedlichen, schwierigen Klimabedingungen klargekommen."
Katrin Koch, Naturschutzreferentin Nabu Berlin
Spatzen baden in einem Blumentopuntersetzer.
© imago | blickwinkel
Zur Erfrischung kann man den Wildtieren in der Stadt einen Blumentopfuntersetzer mit Wasser hinstellen.

Viele Wildtiere haben - vergleichbar mit dem Menschen - Strategien mit Hitzewellen umzugehen. Sie suchen den Schatten auf, bewegen sich weniger und verschieben ihre aktive Phase in die kühleren Abend- und Nachtstunden. 

Flüssigkeit über die Nahrung aufnehmen

Hasen und Kaninchen haben zum Beispiel lange Ohren, über die sie Wärme abgeben können. Mit der Nahrung - Wurzeln, Knospen, Kräuter - nehmen sie auch Flüssigkeit auf. Fleischfresser wie Greifvögel oder Füchse tun dies über ihre Beute. Auch der Morgentau hilft den Tieren ihren Durst zu stillen. 

Fische leiden unter erhöhten Wassertemperaturen

Amphibien und Fische, die im Wasser leben, haben es durch die Hitze schwer. Mit steigender Wassertemperatur sinkt der Sauerstoffgehalt des Wassers, was für viele Wassertiere tödlich sein kann. 

Wintervorräte müssen nicht knapp werden

Die Hitzewelle bedeute nicht automatisch, dass die Tiere keine Vorräte für den Winter sammeln können, sagt Katrin Koch. Die Eichen hingen voller Eicheln, der Holunder sei gut gewachsen und auch die Haselnusssträucher würden viele Nussfrüchte tragen, sagt die Naturschutzreferentin. 

Aufgrund des milden Winters gibt es viele Mäuse, Insekten, Wespen und Hornissen. Diese Hautflügler würden die Hitze gut vertragen. Das bedeute wiederum, dass es Tiere, die sich von diesen Insekten oder von Mäusen ernähren, nicht schwer haben, Nahrung zu finden. 

Hitzeperiode bedeutet keine langfristigen Veränderungen

Die Hitzewelle dieses Sommers muss nicht dazu führen, dass Wildtiere nachhaltig Schaden nehmen oder leiden müssen.

Viel lebensbedrohlicher als die Hitze sei für die Wildtiere aber, dass ihnen der Mensch den Lebensraum streitig macht, sagt Katrin Koch.

Mehr zu Wildtieren in der Stadt: