"Prep sorgt dafür, dass du HIV-negativ bleibst." So wirbt der US-Staat New York für eine Pille, die vor HIV schützen soll. Klingt super. Aber es gibt keinen Schutz zu 100 Prozent. Darf man dann fett Werbung machen?

Im US-Staat New York hängen große Plakate, die für Prep werben. Das steht für "Pre-Exposition-Prophylaxe" und soll eine HIV-Infektion verhindern - auch wenn man ungeschützt Sex mit HIV-Infizierten hat. Quasi Safer Sex auf Rezept. Dafür ist täglich eine Pille nötig. Das Medikament ist Truvada, das schon länger als Virushemmer von HIV-positiven Menschen genutzt wird.

Die Tests mit Truvada zur HIV-Prävention waren recht effektiv. Rund 90 Prozent der Testpersonen steckten sich nicht mit dem Aids-Virus an. Wichtig ist aber, dass man sich ganz genau an die Dosierung hält. Und vor allem: Prep bietet keinen totalen Schutz.

"Ärzte in den USA beschweren sich, dass der Staat New York die Menschen in falscher Sicherheit wiegt. Man suggeriere hunderprozentigen Schutz. Und den gibt es eben nicht."
DRadio Wissen-Redakteur Arne Hell über die HIV-Prävention Prep

In Deutschland ist Truvada zur Prävention von HIV noch nicht zugelassen, aber zur Behandlung. Die Europäische Union prüft zurzeit die Studien aus den USA: Bald könnte es eine Art von Prep auch in Deutschland geben. Ramona Pauli ist da kritisch. Die Münchner Ärztin und HIV-Expertin sagt, das Medikament sei gut und habe kaum Nebenwirkungen. Aber eine großflächige Werbung lehnt sie ab. Prep sei nur für eine kleine Gruppe von Menschen sinnvoll. Vor allem für Menschen, die sich ohnehin nicht anders schützen wollen.

Interessant ist auch, dass es Truvada nur von einem Hersteller gibt - von der US-Pharmafirma Gilead. Die Kosten für Prep liegen pro Jahr bei 13.000 Euro.

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