Rund zweieinhalb Millionen Hochbegabte leben in Deutschland. Wird ihre Begabung erkannt, werden sie speziell gefördert. Etwa eine halbe Million von ihnen verschließt sich aber. Sie sind unterfordert, bekommen psychische Probleme und drohen, im Leben zu scheitern.

Holger Olsen* ist so ein Underachiever. Die Schule hat ihn immer gelangweilt, das Studium der Luft- und Raumfahrttechnik hat er abgebrochen. Das zweite Studium Maschinenbau hat er mit guten Noten und Zusatzqualifikationen abgeschlossen. Aus seinem ersten Job ist er rausgeflogen: zu perfektionistisch. Danach war er arbeitslos.

Leben mit IQ 130

Von der Dr. Farassat-Stiftung in Veitshöchheim nahe Würzburg hat Holger zufällig über einen Zeitungsartikel erfahren. Er bewirbt sich, macht einen Intelligenztest – IQ 130. Jetzt lernt er dort, sich zu seiner Hochbegabung zu bekennen und zu seinen unkonventionellen Ideen zu stehen. Mit verschiedenen Trainings wird seine Hochbegabung gefördert. Dazu gehört auch, dass er Teamarbeit lernt.

"Man weiß, dass der Input, den Hochbegabte bringen können, ganz anders ist. Dieselben Fakten, die ein normaler Ingenieur sieht, die analysieren sie völlig anders."
Ivar Aune, Trainer bei der Dr. Farassat-Stiftung

Neben den Trainings ist für die Underachiever wichtig, sich mit ihresgleichen auszutauschen und zu entdecken, dass sie mit dem Problem nicht allein sind. Bei der Stiftung lernen sie, alte Verhaltensmuster zu erkennen und abzulegen. Dabei hilft ihnen auch Therapeut Florian Fath. In Einzelgesprächen motiviert er die Hochbegabten dazu, ihre unbewussten Vertuschungsstrategien zu aufzudecken.

Die Stiftung finanziert sich noch bis nächstes Jahr aus dem Startkapitel des Stiftungsgründers Farhad Farassat. Dann soll sich die Stiftung ausschließlich über Firmen-Projekte finanzieren.

*Name von der Redaktion geändert