Einfach mal beim Sprechen den Mund aufmachen, denn der Schwabe spricht gern hinten. Ein Tipp von Ariane Willikonsky, die Schwaben das Hochdeutsch beibringt. Denn im Job kommt der Dialekt nicht gut an.

"Sie sprechen gerne hinten, die Schwaben", sagt Ariane Willikonsky. Und davon lebt die Sprecherzieherin. Sie ist Chefin des Fon-Instituts in Stuttgart. Hier gibt es Coaching, Stimmtraining, Logopädie-Angebote und eben auch Sprachkurse, um Hochdeutsch zu lernen.

"Die Dialektliebhaber haben Angst, ich könnte versuchen, den Leuten ihren Dialekt auszutreiben."

Die 48-Jährige will den Schwaben nicht den Dialekt abtrainieren. Nur dabei helfen, dass sie eben beides können - Hochdeutsch und Schwäbisch. Denn im Beruf scheint Dialekt eher hinderlich zu sein. Menschen, die Schwäbisch sprechen, werden im Job nicht ernst genommen.

Die Sprecherzieherin Ariane Willikonsky zeigt auf einer Tafel den Unterschied zwischen schwäbischem Dialekt und Hochdeutsch; Bild: dpa
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Ein wichtiger Rat von Ariane Willikonsky für Schwaben: Einfach den Mund richtig aufmachen. Dann sind schon 50 Prozent des Dialekts weg.

Deshalb kommen zu Ariane Willikonsky viele Schüler aus beruflichen Gründen, vielen ist das Ganze auch eher peinlich. Und andere wiederum schickt der Chef.

"Schwäbisch hat nicht so die Souveränität, wie wenn man Hochdeutsch spricht. Super cool wäre, wenn ich einen Ein- und Ausschalter hätte."
Conny Deppert besucht einen Hochdeutschkurs - aus eigenem Antrieb

Den Mund aufmachen, das macht schon 50 Prozent des schwäbischen Dialekts weg, sagt Ariane Willikonksy. Also einfach weniger "hinten sprechen". Und es braucht natürlich auch Übung. Aber das Gute ist: Hochdeutsch lernen können alle. Einen Dialekt zu lernen, ist viel schwieriger.