Bisamrattenfänger fangen und erlegen Bisams und Nutrias an der niederländischen Küste zum Schutz der Deiche.

Rund 100.000 Bisamratten und Nutrias werden in Holland jährlich erlegt und beseitigt. Den Job übernehmen um die 400 vom Staat fest angestellte Bisamrattenfänger. Es geht dabei um die Sicherung des ausgedehnten Dammsystems, das die Niederländer vor Hochwasser und Sturmfluten schützt. Denn die Nagetiere wühlen tiefe Löcher in die Hochwasserschutzdeiche. Gefangen werden die Nager in reusenartigen Unterwasserfallen und auch mit Schnappeisen.

"Die Bekämpfung von Bisam und Nutria ist für uns eine reine Existenzsache. Wir haben in Holland 22 Wasserverbände. Die haben sich organisiert in 8 Bekämpfungsorganisationen."
Henk van der Steen, Koordinator der niederländischen Bisamratten- und Nutriabekämpfung im Bereich Noordoost

Der perfekte Ort für Bisams und Nutrias

Wegen ihrer wertvollen Pelze wurden Bisamratten und die fast bibergroßen Nutrias vor etwa 50 Jahren nach Europa gebracht. Die Nagetiere haben sich enorm vermehrt. Bis zu zehn Junge bekommt ein Bisampaar pro Jahr. Und alle wollen vor allem eins: tiefe Löcher in Hochwasserschutzdeiche wühlen. Die Deiche sind das ideale Biotop für Bisams.

"Wenn ich den Himmel für ein Bisam beschreiben würde, würde ich die Niederlande nennen. Das Biotop ist sehr gut geeignet. Wir haben viel Wasser, viele Möglichkeiten, um geschützt zu leben, und die Reproduktion geht sehr, sehr schnell."
Henk van der Steen, Koordinator der niederländischen Bisamratten- und Nutriabekämpfung im Bereich Noordoost

Über die Hälfte der Gesamtfläche der Niederlande liegt gerade einmal einen Meter über dem Meeresspiegel und ein Viertel sogar darunter. Das Land ist daher auf seine über 3.000 Kilometer langen Deichanlagen angewiesen.

Ein Problem für die Deiche der Niederlande entsteht vor allem an der Grenze zu Deutschland. Denn im deutschen Niedersachsen gelten Nutrias nicht als Schädlinge und wandern von dort aus immer wieder nach Holland ein. Und in den Niederlanden fühlen sie sich sehr wohl - nicht nur in Naturschutzgebieten, sondern auch in besiedelten Gebieten. Zumindest so lange, bis einer der Jäger sie findet und ihnen den Garaus machen muss.