Vom Millionen Jahre alten Höhlensystem "Windloch" im Bergischen Land ist immer noch nicht bekannt, wie groß es eigentlich ist. Klar ist jetzt nur: Die Höhle ist viel größer als bisher angenommen.

Jahrelang hat der Höhlenforscher Stefan Voigt unter dem Mühlenberg in Engelskirchen (Nordrhein-Westfalen) eine Höhle vermutet. Der Vorsitzende des Arbeitskreises Kluterthöhle e.V. hat sich daher zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen auf die Suche nach dem Eingang der Höhle gemacht. Im März 2019 dann haben sie endlich den Zugang gefunden. Nicht zu einer einfachen Höhle, sondern zu einem riesigen Höhlensystem, dessen Größe immer noch unbekannt ist.

Verlaufen in der neuen Höhle Windloch

Bereits am Tag des Einstiegs seien die Höhlenforscher zweieinhalb Stunden in der Höhle umhergelaufen und hätten kein Ende des Systems gefunden, berichtet Stefan Voigt. Das System sei so groß und in alle Richtungen verzweigt, dass sich die Höhlenforscher auf dem Rückweg zwei bis drei Mal verlaufen hätten.

"Auf dem Rückweg hatten wir sogar Schwierigkeiten, den Weg wieder zu finden. Wir haben uns sogar zwei, drei Mal verlaufen."
Stefan Voigt, Höhlenforscher

Dass die Höhle so lang unentdeckt geblieben sei, war möglich, weil sie sich unter dem Grundwasserspiegel befindet und keinen Ein- sowie keinen Ausgang besitzt. Diese sogenannten Laughöhlen sind deshalb schwer zu entdecken und entstehen allein durch die chemische Auflösung des Kalksteins, so Stefan Voigt weiter. Im Fall von Windloch sind die Ausmaße riesig: Bisher vermessen sei die Höhle auf 2,3 Kilometer. Die Forscher um Stefan Voigt gehen aber davon aus, dass die Länge mindestens drei Kilometer beträgt, sagt der Höhlenforscher.

"Wie der Bergmann so sagt: 'Vor der Hacke ist es dunkel.' Man weiß nicht, was dann noch kommen wird."
Stefan Voigt, Höhlenforscher

Die Höhle in Engelskirchen ist viel mehr, als nur "ein Loch in der Erde". Die Höhlenforscher entdeckten wichtige Informationen, die auf die Erdgeschichte schließen lassen. Insgesamt sei durch die Entdeckung der Höhle ein unglaublicher Wissenszuwachs gewährleistet, so Stefan Voigt weiter. Denn bisher sei noch nie ein Mensch in dieser Höhle gewesen.

Für die Öffentlichkeit wird das "Windloch" nicht zugänglich sein. Ganz in der Nähe aber befinden sich aber zahlreiche weitere Höhlen, die besichtigt werden können.