Liebe vernunft- und moralbegabte Primaten! Wir hätten da mal ein paar Fragen an Euch: Wie moralisch kann eine Maschine sein? Wie sollte es um die Moral der Person bestellt sein, die eine Maschine programmiert? Und wie und wo bringen wir den Rest der Schöpfung - Tiere zum Beispiel - dazu, mit Maschinen zu interagieren? Mit welchem Ziel und mit welcher Moral?

Insekten, Hunde, Frösche - der Mensch lebt nicht allein auf dem Planeten. Und er greift ständig in den Lebensraum dieser Lebewesen ein: Mit dem Mähdrescher zerschnetzeln wir Rehkitze, mit Windrädern zerlegen wir Zugvögel, mit dem Staubsauger saugen wir Marienkäfer aus ihrer Lebensbahn und mit dem Auto fahren wir mitten im Leben stehende Igel platt.

"Ich konzipiere Autos, die für den letzten Frosch seiner Art bremsen."
Wirtschaftsinformatiker Oliver Bendel

Dabei muss und sollte das doch gar sein, sagt Oliver Bendel. Bendel forscht und lehrt an der Fachschule Nordwestschweiz als Wirtschaftsinformatiker. Seine Homepage weist ihn als Peta-Fördermitglied aus. Maschinenethik und Informationsethik sind Forschungsfelder, die ihn besonders interessieren.

"Ich persönlich gestehe Robotern keine Rechte zu."
Wirtschaftsinformatiker Oliver Bendel

Bendel hat Philosophie, Germanistik und Informationswissenschaft studiert und frönt dem Interesse an der Konstruktion von Geschichten weiterhin auch als Schriftsteller. Wobei er dabei des öfteren Themen und Aspekte seiner Forschung literarisch beackert.

"Immer beliebter werden Roboterhaustiere, die man nicht füttern muss, die man nicht Gassi führen muss."
Wirtschaftsinformatiker Oliver Bendel

Bendels Vortrag trägt den unliterarisch-nüchternen Titel "Überlegungen zur Disziplin der Tier-Maschine-Interaktion". Er hat ihn anläßlich des Workshops "Berechnete Tiere. Technik und Verdatung in den Human-Animal Studies" am 22. April 2016, an der Ruhr-Universität-Bochum gehalten.