Migration hat sich verändert. Das birgt Herausforderungen für Stadtverwaltungen - was bringt Zuwanderung der Stadt?

Migrantinnen und Migranten in Deutschland: Sie prägen das Bild einer Stadt wie nie zuvor seit Gründung der Bundesrepublik. Wie gehen Städte mit Zuwanderung um und welche positiven Effekte lassen sich nutzen? Darüber referiert Felicitas Hillmann vom Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung an der TU Berlin.

Von Gastarbeitern und Flüchtlingen

Felicitas Hillmann erinnert an die Anwerbung der Gastarbeiter seit 1955 und spannt den Bogen bis zur aktuellen Flüchtlingsbewegung. Dabei arbeitet sie heraus, dass Migranten heutzutage nicht mehr bloß von A nach B wandern wie damals die Gastarbeiter.

Heute sind sie nicht selten bis zu 18 Jahre lang auf dem Erdball unterwegs - in verschiedenen Lebensetappen, mal um zu arbeiten, mal in einer Flüchtlingsunterkunft, mal um sich auf eine Schiffspassage zu begeben.

Stadtverwaltungen jedoch konzentrieren sich auf eine andere Art von Migration. Auf Touristen, die Geld vorbei bringen oder:

"Was sie sich so wünschen, das sind die leicht handhabbaren hochqualifizierten Zuwanderer in Europa."
Felicitas Hillmann, Sozialforscherin

In Wirklichkeit seien die Städte jedoch mit der Unterbringung von Flüchtlingen konfrontiert, die sie nicht haben wollten - so Felicitas Hillmann. Beim Umgang mit diesem Thema müsse man die Städte sehr unterschiedlich bewerten.

Als positiv greift sie zum Beispiel Berlin-Kreuzberg heraus oder New York, das noch vor wenigen Jahrzehnten vor der Insolvenz gestanden habe und Zuwanderer jetzt willkommen heiße. Mit dem Ergebnis, dass Migration dort zu einem hohen Wirtschaftswachstum führe. Dafür habe New York aber auch sehr viel getan, vermutlich sogar seine Kompetenzen überschritten.

Felicitas Hillmann sprach auf der Berliner Sommeruni, einer Veranstaltung der Berliner Akademie und der Technischen Universität unter ihrem Thema: "Migration und urbane Transformation".

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