Parship, Tinder, OKCupid, ElitePartner, PlanetRomeo, Bumble, Minder, Finya, Boompi und viele mehr. Es gibt etwa 2500 Dating-Plattformen und Apps im deutschsprachigen Netz. Wer sich da durcharbeiten will, hat ein bisschen was zu tun. Aber was bringt das online beschnuppern der Liebe?

Da teilt sich das Lager in Optimisten und Pessimisten. Die Optimisten sagen: Gute Sache! Verschafft mir mehr Reichweite, mehr Durchlauf. Das Online-Dating ermöglicht die passgenaue Suche nach Mr. oder Mrs. Right oder dem fuck buddy der nächsten Tage. Oder es ist auch einfach ein kleiner Zeitvertreib.

Das macht die Liebe zynisch und kaputt

Die Pessimisten sagen: Where did our love go? Dieses Wegwischen von Profilen, dieses Konsumieren von Menschen, die Sucht nach Matches, das ist zynisch und kaputt.

"Dieses Denken: Jetzt hab ich heute zu wenig Matches, ich muss mal mehr matchen, allein um den Selbstwert zu pushen."

Zwischen diesen Polen haben wir uns in unserer Diskussion am 30. März 2016 im Digitalen Salon bewegt. Datenschutz, Fakeprofile? Nischen, Subkulturen? Beziehungsunfähigkeit, Bindungsangst? Und die Preisfrage am Schluss: Selbst wenn wir auf diesen Plattformen nicht matchen - vielleicht dienen diese Tools ja trotzdem der Selbsterkenntnis?

"Die Leute, die ich befragt habe, konnten gar nicht so genau sagen, was sie ansprechend finden, aber die konnten immer sehr gut benennen, was sie als no-gos definieren."

Der Digitale Salon wird gemeinsam von DRadio Wissen und dem Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft veranstaltet. Eingeladen hatten wir die Psychologin Miriam Junge, die eine psychotherapeutische Praxis in Berlin leitet. Zudem Martin Schinagl, der sich für seine Masterarbeit in Europäischer Ethnologie auf diversen Portalen angemeldet hat. Und Eric Hegmann, der als Autor und als Single- und Paarcoach unter anderem für Parship arbeitet. Auf Twitter führt er sogar den schönen Titel "Chief Love Officer".

"In der Liebe ist alles möglich, ist nur nicht alles gleich wahrscheinlich."

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