1917 war die Hölle los: Oktoberrevolution in Russland, Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg, Mobilisierung der Heimatfront. Seit drei Jahren tobte der Erste Weltkrieg, 40 Staaten waren daran beteiligt, fast 70 Millionen Menschen kämpften. 

Logisch, dass der Erste Weltkrieg etwa in Deutschland, Russland oder Frankreich im nationalen Gedenken eine große Rolle spielt. In den Vereinigten Staaten von Amerika ist das anders. Obwohl die USA die Erinnerung an ihre Kriege und Kriegsbeteiligungen sonst in die Form von Denkmälern gießen, die auf der National Mall in Washington zu besichtigen sind, fehlt dort eine Erinnerung an den Einsatz im Ersten Weltkrieg. 

"Wo ist eigentlich das Denkmal für den Ersten Weltkrieg?"

Diese Leerstelle im US-amerikanischen Gedächtnis hat Gründe. Welche, das erörtert Philipp Gassert in seinem Vortrag "Der Kriegseintritt der USA 1917: Auftakt zum demokratischen Zeitalter?", den er am 2. Mai 2017 in Darmstadt gehalten hat. Die Technische Universität Darmstadt hat sich 2017 vorgenommen, die ganz grundlegenden Entwicklungen und Entscheidungen des Jahres 1917 zu analysieren. Viele davon prägen die Welt bis heute. 

"In den USA ist die Geschichte des Ersten Weltkrieges die Geschichte eines großen Scheiterns. Es ist eine Erzählung vom Scheitern der Idee, durch Krieg Kriege für immer obsolet zu machen."

Die USA unter Präsident Woodrow Wilson erklären dem Deutschen Reich am 6. April 1917 den Krieg. Dabei war Wilson ein Präsident, der auf keinen Fall Krieg führen wollte. Wieso er seine Meinung geändert hat und welche Folgen das bis heute hat, erklärt Gassert in seinem Vortrag.

"Der Erste Weltkrieg hat im Gedächtnis der USA erstaunlich wenig Spuren hinterlassen, man kann ihn aus amerikanischer Sicht vielleicht sogar einen vergessenen Krieg nennen."

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