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Ex-Fußballprofi Philip Lahm rät aktiven Profifußballern vom Coming-out ab. Im Umfeld des Sports würde es zu wenig Akzeptanz gaben. Mit dieser Haltung ist der Journalist Marspet Movsisyan nicht einverstanden. Statt Menschen Mut zuzusprechen und das Problem zu benennen, tabuisiere Lahm das Thema mit seinen Aussagen nur.

Phillip Lahm ist erfolgreicher Ex-Profifußballer, ehemaliger Nationalspieler, Mitglied im DFB-Präsidium und jetzt auch Autor. Er hat ein Buch geschrieben, in dem er Profifußballern vom Coming-out abrät. Er wird mit den Worten zitiert: "Gebrüllte Beleidigungen, Beschimpfungen und diffamierende Äußerungen – wer würde das aushalten?"

Profifußball: Homophobie ist das Problem

Gerade weil sich im Bereich des Profifußballs noch immer keine richtige Diskussion etabliert habe, wäre es wichtig gewesen, Homophobie als Problem direkt anzusprechen, statt vor den Folgen zu warnen. Das hätte Menschen Mut gemacht und ihnen den Rücken gestärkt. Nur so könne ein gesellschaftlicher Wandel stattfinden, meint Marspet Movsisyan.

"Warum sagt Lahm nicht, Homophobie ist das Problem und wir müssen darüber sprechen und dafür sorgen, dass sich Leute trauen, sich zu outen?"
Marspet Movsisyan, Journalist

Traurige Realität ist, dass es immer noch Beschimpfungen gibt, dass es immer noch zu unschönen Szenen auf und neben dem Platz kommt, wenn es um schwule Fußballer oder lesbische Fußballerinnen geht. Darüber müsse natürlich gesprochen werden, sagt der Journalist.

Anstatt Spielerinnen und Spieler vor Hass und Hetze zu schützen, hätte er sich direkt dagegen stellen können, findet Marspet Movsisyan. Persönlichkeiten des Sports wie er erreichen damit Millionen Follower und gehen als Vorbild voran. Hier aber den einfachen Weg zu gehen und zu sagen: Lasst es einfach und gut ist. Das sei keine Lösung des Problems.

Große Solidaritätsaktion in der 11 Freunde

Wie es anders geht zeigt eine Aktion des Magazins 11 Freunde: Hier haben sich 800 deutsche Fußballerinnen und Fußballer zusammengetan und signalisiert, Mitspieler und Mitspielerinnen, die ihre Homosexualität öffentlich machen, verteidigen zu wollen.

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Das sei ein positives Beispiel dafür, wie man mit dem Thema umgehen sollte. Genau das müsse passieren, so der Journalist. Eine ähnliche Aktion gab es auch von Schauspielerinnen und Schauspielern in der Süddeutschen Zeitung.

Für Betroffene, die sich gerne outen würden, sei es unfassbar wichtig zu wissen, dass es diese Menschen gebe. Und je mehr Menschen sich trauen würden, je mehr darüber gesprochen werde, umso mehr Normalität bekomme das Thema.

"Je mehr Leute sich trauen, je mehr wir darüber sprechen, desto normaler wird das. Das ist ja genau das, was passieren muss und sehr, sehr wichtig."
Marspet Movsisyan, Journalist

In einem Tweet hat Marspet Movsisyan Phillip Lahm direkt angesprochen. Eine Antwort habe er nicht bekommen, damit habe er aber auch nicht gerechnet. Viel wichtiger sei ihm gewesen, anderen Menschen zu signalisieren, solche Aussagen nicht einfach so stehenzulassen und klar zu machen, dass es eine andere Sicht auf die Dinge gebe.

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