Die Gewalt zwischen Polizeikräften und Demonstranten in Hongkong nimmt immer härtere Formen an. Aktivist Ray Wong sagt, nur eine politische Lösung und Zugeständnisse seitens der Regierung könnten den Konflikt lösen.

Ray Wong hat sich an den Regenschirmprotesten 2014 in Hongkong beteiligt. Obwohl diese friedlicher verliefen als die derzeitigen, ist er wegen der politischen Lagen nach Deutschland geflüchtet. Seit Mai 2018 hat er hier Asyl und verfolgt von Deutschland aus die Proteste in Hongkong.

Ray macht sich große Sorgen um die Menschen in Hongkong und hat schlaflose Nächte wegen der Gewalt dort, die auf beiden Seiten eskaliere. Er persönlich lehnt jede Form von Gewalt ab, sagt er. Man müsse fragen, woher diese Gewalt komme.

"Personally, I don't support any kind of violence."
Ray Wong, Aktivist bei den Regenschirmprotesten 2014

Zu Beginn der Proteste hätten die Menschen in Hongkong sehr friedlich gegen das umstrittene Auslieferungsgesetz demonstriert, aber die Regierung hätte den Protest einfach ignoriert, erzählt Ray. Deshalb hätten einige Demonstranten einen anderen Weg gesucht, die Regierung zum Handeln zu bewegen.

Hartes Vorgehen der Polizeikräfte

Gleichzeitig müsse man aber auch über die Brutalität seitens der Sicherheitskräfte sprechen. Die Politik hätte von Anfang an Gewalt gegen die Demonstranten eingesetzt. Deshalb müsse eine politische Lösung gefunden werden, die Gewalt und den Konflikt zu beenden.

"The only way to stop violence is that the Hongkong government finally really listens to the people, to make concessions."
Ray Wong, Aktivist bei den Regenschirmprotesten 2014

Die Gewalt könne nur beendet werden, wenn die Regierung in Hongkong endlich wirklich den Menschen zuhöre, sagt Ray. Die Politik müsse Zugeständnisse an die Demonstranten machen. Grundsätzlich sollte ein unabhängiger Untersuchungsausschuss die Polizeigewalt aufklären. Doch die Regierung lehne diese Forderung ab und ignoriere weiterhin die Wünsche der Menschen in Hongkong.

Demokratie in Hongkong nicht vergleichbar mit westlichen Demokratien

Die anstehenden Kommunalwahlen würden nicht zur Lösung des Konflikts beitragen, denn es handele sich nicht um ein demokratisches System wie wir das in Deutschland kennen, sagt der Aktivist. Selbst wenn pro-demokratische Politiker gewinnen würden, hätte das wenig Auswirkungen, glaubt er. Es seien eben nur lokale Wahlen, die keinen Einfluss auf die Regierung hätten.