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Im vergangenen Jahr haben wir mehr über Rassismus gesprochen, findet Rapper Horst Wegener. Trotzdem bleibt die Diskussion oft an der Oberfläche. Was es auch braucht, ist, aktiv gegen Rassismus vorzugehen.

Nach dem Tod von George Floyd haben wir auch in Deutschland über strukturellen Rassismus gesprochen. Viele People of Colour haben zum Beispiel darüber erzählt, welche Erfahrungen sie mit Rassismus in ihrem Alltag machen. Rapper und Filmemacher Horst Wegener ist einer von ihnen.

Diskussion ist heute präsenter

Für ihn ist die aktuelle Diskussion über Rassismus ein Anfang. Im vergangenen Jahr hat das Thema eine Art Lobby bekommen, sagt Horst Wegener, in den Medien zum Beispiel, die seit der Tötung von George Floyd verstärkt über Rassismus berichten. Dadurch haben sich mehr Menschen mit dem Thema auseinandergesetzt, auch solche, die Rassismus selbst nicht erfahren haben. Diese Entwicklung findet der Rapper und Filmemacher gut.

Jetzt: Rassistische Strukturen verändern

Gleichzeitig würde die Diskussion oft an der Oberfläche bleiben. Statt tiefer an den Wurzeln der rassistischen Strukturen anzusetzen und diese zu verändern, würde sich die Debatte weiter an den Grundlagen der Aufklärungsarbeit abarbeiten. Oft setzt das allerdings auch voraus, dass sich die Menschen selbstständig mit dem Thema Rassismus auseinandersetzen.

"Ich sehe noch krassen Entwicklungsbedarf dahingehend, dass an anderen Stellschrauben innerhalb der Gesellschaft noch mehr sensibilisiert wird."
Horst Wegener, Rapper und Filmemacher

Hier sieht Horst Wegener vor allem auch staatliche Institutionen und Einrichtungen in der Verantwortung, stärker zu handeln. Sie könnten zum Beispiel Lehrerinnen und Lehrer stärker für das Thema sensibilisieren, die wiederum einen anti-rassistischen Umgang an ihre Schülerinnen und Schüler weitergeben. Es geht darum, aktiv gegen Rassismus zu werden, sagt er, statt alleine über das rassistische Verhalten anderer zu urteilen.

Den Impuls in die Zukunft tragen

Diese Veränderung hin zum Handeln hat er in den vergangen Monaten in seinem Umfeld schon wahrgenommen. Seitdem hat er beispielsweise den Eindruck, die Polizei würde ihn weniger oft aufgrund seiner Hautfarbe kontrollieren. Jetzt ist entscheidend, diese Dynamik weiter in die Gesellschaft zu tragen, erklärt Horst Wegener. Damit Anti-Rassismus ein Thema für alle Menschen in Deutschland ist.

"Ich sehe manchmal Nuancen, da weiß ich nicht, ob die neu sind oder ob sie sich durch Black Lives Matter verändert haben."
Horst Wegener, Rapper und Filmemacher