Als Howard Shulman drei Tage alt ist, zerfressen Bakterien seinen Mund, den Gaumen und die Nase. In seinem Gesicht klafft ein großes Loch. Seine Eltern ertragen das nicht - und lassen den Säugling im Krankenhaus zurück.

Am 17. Juli 1961 wird Howard Shulman als gesundes Baby im US-Bundesstaat New Jersey geboren. Er ist der zweite Sohn von Leonard und Sarah Shulman. Am dritten Tag nach seiner Geburt verändert sich plötzlich Howards Gesicht. Bakterien zerfressen seine Nase, greifen die unteren Augenlider an, arbeiten sich vor zu den Lippen und zum Gaumen. Die Ärzte können die Zerstörung von Howards Gesicht nicht aufhalten. Für die jungen Eltern ist das zu viel - sie lassen Howard im Krankenhaus zurück.

Es folgen drei Jahre voller Schmerzen und Kälte. Weil Howard jetzt ein Staatsmündel ist, bekommt er eine Nummer: XUG-905. Sein zuhause ist das Krankenhaus. Ein Bett in einem kargen Zimmer. Die Krankenschwestern wechseln je nach Schicht. Sie kümmern sich um ihn, machen ihn fertig für seine zahlreichen Operationen, wechseln seine Verbände. Die erste Zeit verbringt Howard in einer Art Krippe - eingehüllt mit Plastik:

"Sie mussten mich durch ein Loch im Plastik füttern. So habe ich in den ersten Monaten auch meine Medikamente bekommen. Natürlich intravenös. Die Krankenschwestern und Ärzte trugen Masken. Sie hatten keine Gesichter. Es gab kein Kuscheln wegen der Infektionsgefahr."
Howard Shulman über seine ersten Monate im Krankenhaus

Ein Wunder auf Zeit

Als Howard drei Jahre alt ist, geschieht ein Wunder. Der Bundesstaat New Jersey findet eine Pflegestelle für Howard. Das Ehepaar Ed und Shirl Mackey nimmt ihn auf. Obwohl Howards Gesicht deformiert ist und sein Körper von Narben übersät. Obwohl sie wissen, dass auf den kleinen Jungen noch weitere Operationen zukommen werden - manchmal bis zu vier im Jahr.

"Dass eine Familie einen Jungen mit meinen Problemen aufnimmt, ist mehr als außergewöhnlich. Das müssen großartige Menschen sein!"
Howard Shulman über seine erste Pflegefamilie

Die Mackeys haben bereits zwei Töchter und einen Sohn. Trotzdem kümmern sie sich liebevoll um den kleinen Howard. Doch die vielen Operationen zehren an Howards Nerven. Immer wieder bekommt er Wutausbrüche, schmeißt mit Sachen um sich, wenn sie ihm erzählen, dass eine neue Operation ansteht. Irgendwann werden sie nicht mehr mit ihm fertig und schicken ihn auf ein Internat. Es ist ein teures Internat, eins für die reichen Amerikaner. Aber auch hier wird Howard nicht glücklich - und schmeißt noch vor dem Abschlus hin...