Humane Papillomaviren können beim Sex übertragen werden. Es gibt nur wenige Hochrisiko-Stämme, aber die lösen Warzen im Genitalbereich oder auch Gebärmutterhalskrebs aus. Impfen kann vorbeugen.

Weltweit sind Humane Papillomaviren (HPV) für 10 bis 15 Prozent der Krebserkrankungen verantwortlich. Eine neue Studie zeigt, dass rund die Hälfte der US-Amerikaner mit HP-Viren infiziert sind. Für Deutschland gibt es keine Zahlen, aber Forscher nehmen an, dass die Infektionsrate ähnlich hoch ist. 

Eine der häufigsten Infektionen durch Sex 

Einige HP-Viren verbreiten sich schon durch Hautkontakt, gemeinsam benutzte Handtücher, Trinkgläser, Zahnbürsten und so weiter. Andere HP-Viren werden bei ungeschütztem Sex übertragen - auch bei Oralverkehr. Und die Viren sind eine der am häufigsten durch Geschlechtsverkehr übertragenen Infektionen.

Die Hochrisiko-Stämme der Viren können tumorartige Zellvermehrungen auslösen: schmerzhafte Feigwarzen im Genitalbereich, Tumore im Mund oder auch Gebärmutterhalskrebs können die Folge sein. 

"Wer sich impfen lässt, ist nicht automatisch auf der sicheren Seite. Die Impfung schützt vor der Ansteckung mit den häufigsten, aber nicht allen Hoch-Risiko-Stämmen."
Martin Winkelheide, Wissenschaftsjournalist

Inzwischen gibt es einen Impfstoff, der gegen neun der Hochrisiko-Virenstämme wirkt. Bereits vor elf Jahren gab es die Empfehlung der Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts, junge Mädchen vor dem ersten Geschlechtsverkehr gegen bestimmte HP-Viren impfen zu lassen. 

Es wurde viel darüber in den Medien diskutiert, weil nicht klar war, wie wirksam die Impfung ist und welche Risiken sie mit sich bringt. Viele Gegner vermuteten, dass wirtschaftliche Interessen der Pharmaindustrie dahinter stecken. 

Infektionskreis durchbrechen

Bei Frauen unter 30 Jahren liegt die Infektionsrate bei bis zu 25 Prozent. Bei den über 30-Jährigen beträgt sie 8 Prozent. Wie viele Männern sich infizieren, ist nicht bekannt. Die HPV-Infektion heilt innerhalb von Monaten bis hin zu anderthalb Jahren ab.

"Männer stecken Frauen an - und umgekehrt. Wenn man den Infektionskreis durchbrechen will, ist es sinnvoll, auch eine Impfung für Jungen zu empfehlen."
Martin Winkelheide, Wissenschaftsjournalist

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