Die gestreiften Pummelchen kommen eher daher wie ein Airbus - schwerfällig und wenig wendig. Aber: Hummeln sind richtig gut darin, ihren Flug zu stabilisieren.

Lange hielt sich der Mythos, dass Hummeln nach den Gesetzen der Aerodynamik eigentlich gar nicht fliegen könnten. Ihre Flügel sind viel zu klein im Verhältnis zu ihrem dicken, schweren Körper. Wissenschaftler habe aber mehrfach nachgewiesen, dass der Flügelschlag der Hummel eigentlich eher mit Propellern eines Hubschraubers zu vergleichen sind.

Flügel wachsen auf die dreifache Größe

Dank des elastischen Proteins Resalin in den Hummelflügeln, lassen sie sich auf die dreifache Länge dehnen. Schlägt die Hummel mit ihren Flügeln, entsteht aufgrund der Biegsamkeit ein Wirbel an der Flügelspitze. Dieser Wirbel kann ein relativ großes Luftvolumen bewegen, so dass die Hummel ähnlich einem Hubschrauber einen Auftrieb erzeugt.

Auf diese Art und Weise transportieren die Hummeln aber nicht nur ihren eigenen Körper, sondern auch noch das Doppelte ihres Körpergewichts. Diese Fähigkeit besitzen andere Insekten, wie ihre Schwestern, die Bienen, nicht. Forscher haben in den Hummelflügeln ein Gelenk entdeckt, mit dem die Hummel flexibel auf die steigende Traglast beim Pollen- und Nektarsammeln reagieren können. Aber nicht nur das Gewicht an sich verändert sich, auch der Schwerpunkt der Hummel, denn die Pollen kleben an den Beinchen, während sie den Nektar im Magen transportieren.

Wie die Hummeln mit der unterschiedlichen Gewichtsverteilung klar kommen, wollte Andrew Mountcastle von der Universität Harvard wissen. Er hat die dicken Hummeln mit Last in den Windkanal geschickt. Dabei hat er festgestellt, dass die Hummeln weitaus stabiler fliegen, wenn an ihren Beinen Pollen kleben. Allerdings sind beim Steuern die dicken Beinchen im Weg, wenn sie gezielt Blüten anfliegen. Wendiger sind die Insekten mit dem Nektar im Bauch.

Diese Erkenntnis scheint die Erklärung für die Beobachtung zu sein, dass Hummeln bei windigem Wetter eher Pollen als Nektar sammeln.

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