• Abonnieren
  • Spotify
  • iTunes
  • Google

Eine der Maßnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie ist seit über einem Jahr: Hände waschen und desinfizieren. Dadurch wird die Haut strapaziert und Ekzeme können entstehen. Um sie davor zu schützen, müssen wir unsere Haut gut pflegen.

Die Hygienemaßnahmen haben bei uns gewissermaßen Spuren hinterlassen. Laut der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) treten inzwischen bei mehr Menschen Hautausschläge an den Händen auf. Deshalb rät die DDG, die Hände lieber zu desinfizieren, statt zu waschen. Sie stützt sich dabei auf eine Studie, die im Universitätsklinikum in München bei Beschäftigten durchgeführt wurde, die im OP und der Intensivstation arbeiten. Durch die zusätzliche Handhygiene wegen der Coronavirus-Pandemie haben 90 Prozent von ihnen Symptome eines Handekzems.

Trockene Haut, Rötungen, Juckreiz und Schmerzen

Die Betroffenen klagen über trockene Haut, Rötungen, Juckreiz und Brennen. Manche berichten, dass sich ihre Haut schuppt, Risse auftreten oder sie schmerzt. Aber nicht nur Beschäftigte im Gesundheitsbereich sind betroffen, sondern auch alle anderen, die sich seit Pandemiebeginn vermehrt die Hände waschen. Das zeigten die gehäuft auftretenden Fälle in den Hautarztpraxen. Deshalb rät Peter Elsner von der DDG, lieber die Hände zu desinfizieren, satt zu waschen.

"Desinfizieren ist besser. Es gibt viele Untersuchungen, die zeigen, dass das Desinfizieren die Haut weniger angreift als das Händewaschen mit Seife."

Beim Waschen werden nicht nur Viren und Schmutz, sondern auch wichtige Bestandteile der Haut wie Fett entfernt, die für ihre Funktion und ihren Schutz wichtig sind. Studien bei Ärzten und Ärztinnen hätten gezeigt, dass das Desinfizieren weniger die Haut angreift. Allerdings sollten wir beim Desinfektionsmittel darauf achten, dass es alkoholisch und viruswirksam ist und im Idealfall Glycerol enthält, das schützt die Hautbarriere.

Desinfizieren und danach waschen besonders schädlich

Laut Robert Koch-Institut werde die Haut ganz besonders stark angegriffen, wenn sie vorher gewaschen und dann desinfiziert wird. Denn dadurch werden zuerst die Lipide aus der obersten Hautschicht gelöst und beim Waschen wird dann das Hautfett abgespült.

"Ruhig mehrmals am Tag schön eincremen!"
Rahel Klein, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Haut mit Creme pflegen

Grundsätzlich raten die Dermatologen und Hautärztinnen dazu, – egal ob die Hände nur desinfiziert oder auch gewaschen wurden – die Haut mit einer Creme einzufetten oder zu pflegen. Dabei sollte die Creme möglichst wenige Konservierungs- oder Duftstoffe enthalten.

Frisch desinfizierte Hände können auch bedenkenlos eingecremt werden, denn die Creme mindert nicht die antiseptische Wirkung von alkoholischem Desinfektionsmittel.