Iiiiigit! Ist das eklig. Wenn ihr das das nächste Mal denkt, dann freut euch. Vermutlich seid ihr gerade einer Infektion entgangen. Denn sich ekeln macht Sinn, weiß die Ekelforscherin Valerie Curtis.

Valerie Curtis ist Anthropologin und Epidemiologin an der London School of Hygiene and Tropical Medicine. Dort leitet sie das Zentrum für Hygiene. Außerdem ist Valerie Curtis berüchtigt für ihre Vorträge: Sie bringt gerne Hundekot, Ratten oder blutverschmierte Zähne mit.

Portrait von Valerie Curtis. Sie hat schulterlange, blonde Haare. Herbstsonne und gefärbte Bäume im Hintergrund.
© Valerie Curtis
Auch Valerie Curtis ekelt sich - vor allem vor Kot und Kotze. Und vor schwitzenden Männern.

Die Ekelforschung, sagt Curtis, stürzte sich lange Zeit vor allem auf die kulturellen Unterschiede beim Ekel. Auch Curtis und ihre Kollegen untersuchten weltweit, warum sich Menschen ekeln: Sie konnten viele Gemeinsamkeiten feststellen. Ihre Erkenntnisse stellt Curtis in ihrem Buch "Don't look, don't touch, don't eat" vor.

"Fast alles, was wir eklig finden, hat etwas mit Infektionskrankheiten zu tun."
Valerie Curtis, Ekelforscherin

Denn Ekel hat Sinn. Wir ekeln uns vor allem vor Sachen, die uns krank machen könnten. Damit rettet uns ein starkes Ekelgefühl vor Infektionen und das gilt für Menschen überall auf der Welt.

Unterschiede beim Ekel finden sich bei unseren kulinarischen Vorlieben. Tausendjährige Eier oder auch das schleimige Natto finden Europäer meist ziemlich eklig. Dafür finden viele Asiaten Labskaus oder Blutpudding echt widerlich - und nicht nur die.

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