Mit einem Heft über die Simpsons hat die Landeszentrale für politische Bildung Thüringen einen Riesenhype ausgelöst. In kürzester Zeit war die Ausgabe vergriffen. Wir haben mit Markus Hünemörder, dem Autor der Publikation, über das große Interesse an den Simpsons gesprochen.

Für gewöhnlich verschickt die Landeszentrale für politische Bildung um die 50 Heftchen an Publikationen täglich, so ist es auf der Webseite der Landeszentrale zu lesen. Mit ihrem Heft über die Simpsons und 2000 Einzelbestellungen in nur wenigen Tagen wurden jetzt alle Rekorde gebrochen.

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Mit einer so starken Nachfrage hat auch Markus Hünemörder nicht gerechnet. Er ist der Autor der Ausgabe. Weniger überrascht habe ihn dagegen das Interesse an den Simpsons. Seine Vorträge an Schulen und Bildungseinrichtungen über die TV-Familie seien stets gut besucht. Die Simpsons seien eine hervorragende Satire der amerikanischen Kulturgesellschaft und Politik und das sei den Zuschauern auch bewusst. Hünemörder versteht die Simpsons aber nicht als Spiegel der amerikanischen Gesellschaft – ganz so verrückt seien die Amerikaner nicht – , sondern als eine Art Zerrspiegel, der die Gesellschaft kommentiere.

"So ziemlich alles, was in Springfield passiert, ist in irgendeiner Form ein Kommentar über die amerikanische Gesellschaft."
Markus Hünemörder, Autor und Historiker

Ein Beispiel: eine Episode aus den 90ern über Waffenbesitz und -Gesetze. Aus Angst um seine Familie kauft sich Homer eine Waffe und geht natürlich völlig verantwortungslos damit um. Marge will die Waffe loswerden. Gespickt mit Witzen über die Waffengesetze in den USA und ihre Industrie, kommentiere die Folge die Realität der Amerikaner. Die Folge sei 20 Jahre alt und immer noch topaktuell. Die Simpsons involvieren aber auch aktuelle Geschehnisse und reflektieren diese auf satirische Art, so Hünemörder.

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Aufgabe von Satire sei es, Missstände in der Gesellschaft aufzuzeigen. Und genau das geschehe bei den Simpsons. Dabei werde die Serie auch gerne von den Leuten geschaut, die von den Simpsons selbst aufs Korn genommen werden. Natürlich profitieren die Akteure auch von ihren Gastauftritten, meint Hünemörder. Tony Blair, der in einer Episode eine Sprechrolle hatte, sei so ein Beispiel. "Das hatte sicherlich mit Blairs Eitelkeit zu tun."

"Man kann böserweise behaupten, niemand ist wirklich berühmt, bis er mal einen Gastauftritt bei den Simpson hatte."
Markus Hünemörder, Autor und Historiker