Eine neue App soll Menschen in Ägypten davor schützen, willkürlich verhaftet und womöglich gefoltert zu werden. Zur Tarnung wendet sie einen Trick an.

In Ägypten werden immer wieder Menschen einfach so verhaftet und gefoltert. Oft sind das Journalisten oder politische Aktivisten, aber auch ganz normale Bürger. Amnesty International zählt hunderte solcher Fälle. Zum Beispiel werden dem Gefangenen ein Arm an die Decke gebunden, damit er ausschließlich stehen kann. Oder er wird gar kopfüber mit den Beinen nach oben aufgehängt. Unter Folter sagen die Gefangenen dann Dinge, die vor Gericht gegen sie verwendet werden.

Um solche Festnahmen und Folter zu verhindern, hat die Egyptian Commission for Rights and Freedoms eine App entwickelt mit dem Namen "i Protect". Wird eine Person festgenommen, kann sie mithilfe dieser App einen Notruf absetzen. Die App schickt dann:

  • eine SMS an drei Freunde
  • die GPS-Koordinaten an die Egyptian Commission for Rights and Freedoms

Die Freunde und Mitglieder der Friedens-Organisation können dann zum Beispiel bei der Polizei nachfragen: Wo ist unser Freund geblieben, was ist passiert?

Ähnliche App scheiterte

Vor drei Jahren gab es schonmal eine ähnliche App. Die Polizei hat davon mitbekommen und dann mitunter einfach die Menschen verhaftet, die diese App installiert hatten. Dagegen wollen die Macher der neuen App gewappnet sein. Die App ist als Taschenrechner getarnt, und erst bei Eingabe eines bestimmten Codes gibt sie ihre richtige Funktionsweise frei.

Voraussetzung für die Funktionsweise ist aber Netz-Empfang. Und der/die Festgenommene müssen überhaupt in der Lage sein, die App zu bedienen. Werden ihnen zum Beispiel die Hände auf dem Rücken verbunden, wird das schwierig.