Der Spendenaufruf für die Erforschung der unheilbaren und tödlichen Krankheit ALS ist weltweit einer der erfolgreichsten dank des Social Media Hypes um die Ice Bucket Challenge.

Viele Prominente beteiligen sich an der Ice Bucket Challenge. Über Facebook, Twitter und anderen sozialen Netzwerken werden Videos und Fotos geteilt, in denen die Spender festhalten, wie sie sich einen Eimer Eiswasser über dem Kopf ausschütten. Gleichzeitig spenden die Teilnehmer in den USA an die ASL Association oder in Deutschland an die ASL Ambulanz der Berliner Charité. Doch werden die Spenden auch ihrem Zweck zugeführt?

"Es spricht gar nichts dagegen, Spaß mit Spenden zu verbinden."
Burkhard Wilke, Leiter des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen

In Deutschland prüft das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI), ob eine Organisation seriös und transparent mit Spenden verfährt. Der Leiter des DZI, Burkhard Wilke, verweist auf die Spendenberatung des Instituts. Auf der Webseite des DZI werden Tipps und Warnungen ausgegeben. Die ALS Association in den USA wird zwar nicht vom DZI geprüft, dennoch ist Burkhard Wilke von der Seriosität überzeugt, denn der amerikanische Partner Better Business Bureau hat die Organisation zertifiziert.

Seriosität prüfen

Die deutschen Spendengelder der Ice Bucket Challenge werden an die ASL Ambulanz der Berliner Charité weitergeleitet. Sie ist keine ausgesprochene Spendenorganisation, sagt Burkhard Wilke. Er geht aber davon aus, weil die Ambulanz zur renommierten Universitätsklinik gehört, dass mit den Spendengeldern seriös umgegangen wird.

"Ich finde es richtig, wenn in den nächsten Wochen und Monaten die ALS Ambulanz, die doch unerwartet vielen Spenden, die sie vermutlich bekommt, auch etwas transparenter dokumentiert."
Burkhard Wilke, Leiter des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen

Bei Spendenaufrufen über Social Media warnt Burkhard Wilke eindringlich davor, den Aufrufen blind zu vertrauen. Jeder sollte, bevor er spendet, prüfen, ob die mitgeteilte Kontonummer auch wirklich die des seriösen Spendenaufrufers ist. Er rät auch dazu, sich auf wenige Spendenaktionen zu konzentrieren und nicht nach dem Gießkannenprinzip Geld zu spenden.

"Wichtig ist, dass man nicht auf den erst besten emotionalen Impuls reagiert."
Burkhard Wilke, Leiter des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen

Den Erfolg der Ice Bucket Challenge bewertet Burkhard Wilke äußerst positiv: "Diese gesteigerte Wahrnehmung würden wir uns für viele andere Notlagen, Krankheiten oder auch andere caritative Herausforderungen wünschen, die nur auf Spender warten."

Absolut tödlich

Der ehemalige Baseball-Star Peter Frates hatte die Idee, mit der Ice Bucket Challenge Geld für die Erforschung der Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) zu sammeln. Peter Frates erkrankte selbst an ALS. Die Krankheit greift Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark an. Wer an ALS erkrankt, dem bleiben noch drei bis fünf Jahre, bis er daran stirbt.