Im neuen Katalog erzählt Ikea Geschichten: Vom Familienleben, vom Kochen und von Flüchtlingen. Ikea möchte uns auf eine emotionale Reise mitnehmen, die uns am besten in die nächste Ikeafiliale führt oder in den Online-Shop.

Thorsten Hunsicker ist Online Marketing Manager. Er erklärt, dass konventionelle Werbung Produkte meist direkt bewirbt, beispielsweise das schärfste Messer, da der günstigste Kredit und dort das sicherste Auto mit der besten Fahrleistung. Diese Form der Werbung gibt es immer noch: aber wir Menschen entwickeln uns weiter und die Werbung versucht neue Wege zu gehen, um uns zu erreichen: Ikea setzt im neuen Katalog auf Storytelling.

"Es geht darum, die Produkte in den Alltag einzubinden und eine 'heile Welt' zu zeigen. Man kriegt ein Problem gezeigt, das dramatisch zugespitzt wird: 'oh je, die Kinder könnten in Zukunft nur noch Fertigsuppen essen, wenn die nicht kochen lernen."
Thorsten Hunsicker, Online Marketing Manager

Zum einen reagieren wir nicht mehr so stark auf direkte Werbung, weil wir sie schon gewohnt sind. Wir wissen, dass Werbung Produkte in den Himmel lobt, die wir gut finden und dann auch kaufen sollen. Zum anderen haben wir uns in den vergangenen Jahrzehnten technologisch weiterentwickelt.

Neue Kanäle für Werbung: Online und auf mobilen Geräten

Wir nutzen Laptops, Tablets und Smartphones. Die Werbung erreicht uns nicht mehr hauptsächlich über Plakatwände und Fernseher, sondern auch über viele andere mobile Endgeräte. Vor allem Jugendliche werden mit dem Mobiltelefon als erstem und hauptsächlich genutztem Bildschirm groß. Werbung wird auf diesem Wege wahrgenommen, aber auch ignoriert und geblockt.

Der Ikea-Katalog präsentiert uns eine heile Welt und erzählt Storys vom schönen Leben

Mit dem Stoytelling wollen Werbeschaffende und Marketing Manager einen neuen Weg beschreiten, der die Leute besser erreicht. Wir wollen vielleicht keine Anzeigen ansehen, aber gerne spannende Geschichten lesen, schöne Bilder ansehen und diese Inhalte auch über die sozialen Medien mit unseren Freunden teilen. Das tun wir nur, wenn uns die erzählten Geschichten emotional erreichen. Um Gefühle zu erzeugen, werden Kinder, Tiere oder Flüchtlinge als Protagonisten in die Storys eingebaut.

Firmen nutzen unsere Gewohnheiten im Netz, um mithilfe von Storytelling unsere Aufmerksamkeit zu erregen.

"Die treiben da Best-Practice-Storytelling: Mich berührt, was ich da lese - ich habe zwei Kinder - und würde am liebsten auch zu Ikea fahren und mir so ein Produkt für sieben Euro besorgen. Das ist es, was sie damit erreichen wollen."