Auch in Großbritannien sind die Clubs geschlossen. Gefeiert wird trotzdem und zwar auf illegalen Raves. Bei denen kommen zum Teil tausende Menschen zusammen. Viele der Parties verlaufen friedlich, aber nicht alle. Und Abstand und Hygieneregeln lassen sich wohl kaum einhalten, so unsere Reporterin Anke van de Weyer.

In Großbritannien feiern trotz Corona-Pandemie teilweise tausende Menschen auf illegalen Raves. Im Juni kamen in der Nähe von Manchester an einem Wochenende rund 6.000 Leute zu zwei illegalen Parties zusammen. Der britische Guardian berichtete. Ein Mann starb an einer Überdosis Drogen, eine Frau wurde vergewaltigt und eine weitere Person lebensgefährlich verletzt. In der Nähe von Birmingham feierten um die 1.000 Menschen. Und an den Wochenenden davor und danach gab es illegale Raves auch in Bristol und anderen kleineren Städten, so unsere Reporterin Anke van de Weyer.

In Manchester ging es nach dem folgenschweren Wochenende einfach weiter: Noch ein illegaler Rave, bei dem zwei Menschen starben. Die beiden Männer kamen mit Schusswunden ins Krankenhaus; die Verletzungen waren zu heftig und sie starben.

Tausende Menschen bei illegalen Raves

Viele der Parties in Großbritannien bleiben hingegen friedlich. Vermutlich. Denn, wie viele Raves es genau sind und wo diese stattfinden, weiß niemand. Gerade die friedlichen Veranstaltungen bleiben vermutlich eher unentdeckt, weil über sie nicht berichtet wird. Einige Raves werden nur deswegen bekannt, weil sie zum Beispiel von der Polizei aufgelöst werden.

Das britische Guardian berichtet, dass die Anzahl illegaler Raves in Großbritannien seit der Lockerungen der Corona-Maßnahmen zugenommen hat. Laut der Zeitung nehmen manche Veranstalter sogar Eintritt für aufwändig organisierte Parties - trotzdem bleiben sie aber illegal.

"Kurz vor der Party bekommt man zum Beispiel per Whatsapp den Standort mitgeteilt."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Die Kommunikation zu den Parties läuft über verschiedene soziale Medien, so Anke van de Weyer. Erst kurz vor dem Rave wird zum Beispiel per Whatsapp der Standort mitgeteilt. Sobald die Party läuft, verbreiten sich die Infos dann schnell weiter. Zum Beispiel auch, indem auf Google Maps Ortsmarkierungen gesetzt werden, die nicht für alle öffentlich sind. Solche sogenannten Pins werden per Link im Freundeskreis verschickt. Auf Snapchat und Instagram finden sich später Fotos und Videos.

Kein Abstand, keine Hygiene

Diese illegalen Raves können gefährlich sein. Die Gewalt und die sexuellen Übergriffe, wie bei den Parties in Manchester, machen das deutlich. Hinzu kommt, dass Abstand und Hygienevorschriften vermutlich nicht eingehalten und auch nicht kontrolliert werden.

"Solche Parties sind auch gefährlich wegen Hygiene-Vorschriften und wegen Abstand. Was natürlich gar nicht kontrolliert werden kann."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

In Deutschland gibt es auch solche illegalen Partyveranstaltungen, aber vermutlich sind sie nicht so verbreitet wie in Großbritannien. Der YouTube Kanal Y-Kollektiv veröffentlichte im Juni ein Video über illegale Raves während der Coronakrise.

Auch in Deutschland ist die genaue Zahl illegaler Raves nicht klar. Aber zum Beispiel auf Instagram finden sich unter den richtigen Hashtags Fotos solcher Parties.