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Wenn heterosexuelle Menschen nur am Christopher Street Day die Regenbogenfahne schwingen oder ein Fußballstadion während eines EM-Spiels regenbogenfarben beleuchtet werden soll, nützt das der LGBTQI+-Community kaum. In dieser Ausgabe der Ab21 spricht Mr. Gay Germany 2020 über Queersein im Fußball und Anael erklärt, was sie sich von Verbündeten wirklich wünscht.

Vor dem EM-Spiel Deutschland gegen Ungarn in der vergangenen Woche wurde diskutiert, ob das Münchener Fußballstadion während des Spiels in Regenbogenfarben leuchten darf. Damit sollte ein Zeichen gegen die diskriminierenden Gesetze der ungarischen Regierung gesetzt werden. Zudem gab es Diskussionen um eine Regenbogen-Kapitänsbinde, die Manuel Neuer beim Turnier trägt.

Viel Regenbogen auf Social Media

In der Folge waren auf Social Media sehr viele Regenbogenfarben zu sehen. Viele Menschen wollten so ihre Solidarität für queere Personen zeigen oder in der Debatte eine klare Position beziehen. Benjamin Näßler ist Mr. Gay Germany 2020 und engagiert sich gegen Homofeindlichkeit im Fußball. Weil er selbst homosexuell ist, und lange Amateur-Fußballer war, kennt er dumme Sprüche, Queer-Feindlichkeit und Unsicherheiten aus eigener Erfahrung. Deshalb sei er von der Regenbogen-Kapitänsbinde zwar überrascht gewesen, sie habe ihn aber auch sehr glücklich gemacht, erzählt er.

"Es freut mich, weil ich weiß, wie ich darunter gelitten habe und ich hoffe, dass es vielen, vielen anderen in Zukunft nicht so gehen wird."
Benjamin Näßler über Queersein im Fußball
Benjamin Näßler
© Rene Beck, Weigangphotography
Benjamin Näßler hatte als homosexueller Mann selbst eine schwere Zeit im Amateur-Fußball.

Verbündete setzen sich aktiv gegen Diskriminierung ein

"Ich frage mich, was der Mensch sonst so macht, um queere Rechte und Queer-Visibility zu unterstützen", sagt Anael. Warum sie findet, dass Regenbogenfahnen-Postings auf Social Media von heterosexuellen cis-Personen – also Menschen, deren Geschlechtsidentität demjenigen Geschlecht entspricht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde – einen faden Beigeschmack haben, erzählt sie im Podcast. Außerdem erklärt Anael, wie verbündete Personen, sogenannte Straight Allies, queere Menschen wirklich unterstützen können.

Anael Dzubilla
© Jana Knauer
Anael wünscht sich von Verbündeten weniger Regenbogenfahnen auf Social Media und mehr aktiven Einsatz für die LGBTQI+-Community.

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Wissenswertes:

  • Laut der Studie "Gesundheit und Sexualität in Deutschland" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wurde die Mehrheit der befragten Männer im Alter von 18 bis 35 Jahren, die sich als homo-, bi- oder asexuell identifizieren, aufgrund ihrer sexuellen Orientierung schon mal benachteiligt oder diskriminiert. Unter den befragten Frauen in dieser Altersgruppe berichteten rund 20 Prozent, diese Erfahrung ebenfalls gemacht zu haben.
  • In derselben Studie gaben 96,9 Prozent der befragten Männer an, dass sie sich als heterosexuell identifizieren, bei den Frauen waren es 96,2 Prozent. Als homosexuell identifizierten sich 1,8 Prozent der befragten Männer und 0,9 Prozent der Frauen. Der Anteil der befragten Frauen, deren sexuelle Identität bisexuell ist, lag bei 1,8 Prozent, bei den Männern waren es 0,9 Prozent.
  • Bei einer Befragung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung aus dem Jahr 2020 gaben rund 30 Prozent der befragten LGBTQI-Menschen an, in den vergangenen zwei Jahren Diskriminierungen am Arbeitsplatz aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität erlebt zu haben.

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