House am Meer, Pink Pop, Hurricane und Fusion – die Zeit der Musik-Festivals ist da. Eins ist bei allen gleich: Wenn es vorbei ist, bleibt tonnenweise Müll liegen. Festival geht aber auch nachhaltig. Sebastian Sonntag von Deutschlandfunk Nova hat ein paar einfache Tipps, was wir tun können, um Müll zu vermeiden. 

"Die einfachste Regel, auch wenn es banal klingt: Nehmt auf jeden Fall alles wieder mit, was ihr angeschleppt habt."
Sebastian Sonntag, Deutschlandfunk Nova

Wer mal unter den Letzten beim Festival gewesen ist, hat gesehen, welche absurden Mengen an Zelten und Pavillons übrig bleiben. Nehmt auf jeden Fall das Zelt wieder mit. Statt Pavillon könnt ihr auch eine Plane kaufen, die man zwischen Zelte spannen kann. Die geht auch bei Unwetter nicht kaputt und ist wiederverwendbar. 

Plastikkanister zum Getränketransport

Es gibt im Campingbedarf zusammenfaltbare Plastikkanister, eigentlich für Wasser. Fünf Liter gehen da meistens rein. Wenn ihr gern Wein trinkt, holt euch den bei einem Weinhändler, der Wein vom Fass verkauft. Eine günstige Sorte ist fast immer im Angebot. Auch ein Lieblingsmischgetränk geht in so einen Kanister rein. Vom Kanister könnt ihr die Getränke dann in Trinkflaschen aus Plastik oder Alu umfüllen.

"Ich kaufe Mehrwegglas-Pfandflaschen mit Cola oder auch alkoholischen Getränken, lagere die im Auto und einmal am Tag laufen wir dann hin und füllen das in Plastikflaschen um."

Wer mit dem Auto zum Festival fährt, wie die Youtuberin Fräulein Öko, kann seine Getränke dort lagern und abfüllen. Fräulein Öko heißt eigentlich Svenja, ist 22 Jahre alt. Seit sie 16 ist, macht sie Videos darüber, wie sie versucht Müll zu meiden

Getränke stehen auf Festiva-Absperrungen
© Imago | ZUMA Press
Bei vielen Festivals dürfen auch Plastikflaschen nicht mehr mit aufs Gelände.

Bei vielen Festivals sind selbst Plastikflaschen nur noch auf dem Campingplatz, aber nicht mehr auf dem Festivalgelände selbst erlaubt. Dafür könnt ihr euch eine faltbare Plastikflasche mitnehmen. Die darf man in der Regel mitnehmen und damit könnt ihr euch dann zumindest Wasser abzapfen.

Essen vorbereiten und mitnehmen

Füllt euch Nudeln oder Reis ab und bereitet zu Hause etwas vor, was in zwei, drei Tagen Festival nicht schlecht wird: ein Pesto oder Tomatensugo zum Beispiel. Beim Frühstück rät Fräulein Öko zu Müsli statt Brot. Damit spart ihr euch dann die ganzen Sachen, die man aufs Brot schmieren würde. 

"Ihr könnt euch ein Müsli zusammen mixen, aus Zutaten die unverpackt oder in Papierbeuteln verkauft werden: zum Beispiel Haferflocken, getrocknetes Obst, Mandeln, Rosinen, Kokosflocken"

Als richtiger Müllvermeidungs-Profi könnt ihr euch auch noch Hafermilch selbst machen. Echt nicht schwierig, findet Sebastian. Er füllt seine Müslimilch dann fürs Festival einfach in eine Glasflasche um. 

Körperpflege: wichtig oder zu vernachlässigen, je nachdem

Solltet ihr euch beim Festival waschen wollen, nehmt euch zum Duschen einfach ein Stück Seife mit, die kann man einfach in dünnes Papier eingewickelt kaufen. Genauso gibt es auch Deo- oder Shampoo-Stücke, die im Prinzip aussehen wie Seife. 

Wer auf natürliche Art Zahnbürste und Zahnpasta ersetzen will, kauft sich Sticks aus Miswak-Holz. Die bekommt man auch in Unverpacktläden. Das ist eine Wurzel, auch als Zahnputzbaum bekannt. Mit den Fasern des Holzes kann man sich die Zähne putzen. Es enthält natürliche Wirkstoffe, funktioniert ohne Zahnpasta und ihr braucht nur ganz wenig Wasser.

"Und wenn ihr dann noch aufs Schminken verzichtet, seid ihr schon ganz nah dran am Zero-Waste-Festival."
Sebastian Sonntag, Deutschlandfunk Nova

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