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Vor 35 Jahren explodierte der Atomreaktor in Tschernobyl. Der Physiker Heinz-Eberhard Mahnke erklärt in seinem Vortrag, wie es zu der Katastrophe kommen konnte.

Am 26. April 1986 ordnete der Leiter des Atomkraftwerks eine Sicherheitsüberprüfung an. Es sollte ein kompletter Stromausfall im Kraftwerk simuliert werden. Doch die Übung geriet außer Kontrolle. Der Atomreaktor explodierte. Die sowjetischen Behörden spielten den Unfall zunächst herunter, daher erfuhren wir hier in Deutschland erst schleppend von der Katastrophe.

"Heute in Corona-Zeiten sind wir alle Hobby-Virologen und damals waren wir alle Hobby-Strahlenschützer."

Im April 1986 war die Situation vielleicht ein bisschen vergleichbar mit dem Beginn der Corona-Pandemie. Es gab erst einmal sehr viel Unwissen, erinnert sich Heinz-Eberhard Mahnke. Er ist Physiker an der Freien Universität sowie am Helmholtz-Zentrum Berlin. Heinz-Eberhard Mahnke weiß noch, dass er nach dem Unfall in Tschernobyl Rhabarber und Schnittlauch aus seinem Garten wegschmeißen musste, weil er auf ihnen Radioaktivität gemessen hatte.

"Wir mussten Rhabarber und Schnittlauch aus unserem Garten wegwerfen, weil wir auf ihnen Radioaktivität gemessen hatten."

Heinz-Eberhard Mahnke erklärt in seinem Vortrag, wie ein Atomkraftwerk funktioniert. Bei der Kernspaltung werden Uran-Atome in zwei Teile gespalten. Dabei entsteht Energie, die dann genutzt werden kann. "Ein Neutron löst die Spaltung aus. Bei der Spaltung werden aber auch wiederum Neutronen emittiert. Das gibt die Möglichkeit für eine Kettenreaktion. Denn mit den herauskommenden Neutronen können wir weitere Uran-Atomkerne spalten", erklärt der Physiker. Bei dem Unfall in Tschernobyl geriet diese Kettenreaktion außer Kontrolle.

"Was machen wir mit dem radioaktiven Abfall, von dem wir eigentlich immer noch nicht wissen, wohin damit?"

Die Nuklearkatasophe in Tschernobyl, aber auch die Unfälle in Harrisburg 1979 und Fukushima 2011 haben gezeigt, Atomenergie ist nicht sicher. Außerdem ist eine weitere zentrale Frage noch nicht geklärt, sagt Heinz-Eberhard Mahnke: "Was machen wir mit dem radioaktiven Abfall, von dem wir eigentlich immer noch nicht wissen, wohin damit?"

Der Vortrag:

"Atomkraft – Nein danke? – Vorlesung zum Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl" heißt der Vortrag von Heinz-Eberhard Mahnke und er hat ihn am 9. April 2021 speziell für euch, die Hörerinnen und Hörer des Hörsaals, gehalten.