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Agnes von Helmolt und Katharina Borgelt reisen mehrmals im Jahr ohne Handy, ohne Pass und ohne Geld mit einer Karawane durch die Sahara. Dabei haben sie festgestellt, wie sich das Klima dort verändert hat. Deshalb wollen sie mit dem Projekt "Palmen für Marokko" den Menschen dort gegen die zunehmende Verwüstung helfen.

Seit 1990 reist Agnes von Helmholt entweder allein oder mit Reisegruppen in die Wüste. Zum Beispiel in das Sahara-Gebiet nach Marokko. Diese Wüste dehnt sich im Norden Afrikas über mehrere Länder aus - von der Atlantikküste bis zum Roten Meer.

Agnes kennt die Sahara inzwischen gut. Sie hat bereits in den ersten zehn Jahren angefangen, Wetterdaten aufzuzeichnen. Es sei immer ein sehr gutes Klima gewesen, wenn sie im Frühlung und Herbst durch die Wüste reiste. Doch ab 2000 haben sich die Daten verändert, ganz besonders stark ab 2010.

"Die Sandwinde und Stürme nahmen extrem zu."
Agnes von Helmholt

Betroffen von den klimatischen Veränderungen sind besonders die Menschen, die in den Oasen leben, die aufgrund des zunehmenden Wassermangels kein Auskommen mehr haben, sagt Agnes.

Als Privilegierte Verantwortung übernehmen

Als jemand, der aus einem reichen Land kommt, das mit für einen Großteil der klimaschädlichen Emissionen verantwortlich ist, wollte sie den Menschen helfen. Das Ziel: Die weitere Verwüstung stoppen.

"Da war mir klar: Die Wüste braucht Bäume!
Agnes von Helmholt

Die Idee: Verstärkt Dattelpalmen anbauen, mit denen die Wüste begrünt werden kann und mit denen die Menschen auch Einkommen erzielen können. Angefangen hat sie mit eine Stück Land, das ihr ein Berber in Marokko zur Nutzung überlassen hat. Dort ist das Agroforst-Modell "Palmen für Marokko" entstanden.

Grenzerfahrungen in der Wüste

Besonders die Größe und Weite der Wüste habe sie beeindruckt, aber auch die Erfahrungen, die sie beispielsweise mit den Nomaden in den verschiedenen Ländern gemacht hat, erzählt Agnes über ihre Reisen.

"Wüste ist nicht gleich Wüste."
Agnes von Helmholt

Viele würden denken, Wüste bestehe hauptsächlich aus Sandfeldern. Tatsächlich seien drei Viertel der Sahara Geröll und Gebirge. Es gebe Teile, in denen nichts wächst und die menschenleer sind, andere hätte durchaus Bewuchs, schildert Agnes. Sie habe dort auch Orte gesehen, die auf sie lieblich und ästhetisch gewirkt haben.

"Wüste ist ein paradoxer Lebensraum."
Agnes von Helmholt

Agnes ist es bei den Reisen in die Wüste wichtig, dass die Teilnehmenden sich von ihren bisherigen Lebensumständen verabschieden und auf jeglichen Komfort verzichten. Bevor es in die Wüste gehe, versorgt sie die Gruppe mit ausreichend Proviant und Wasser in einer Oase. Begleitet werde die Gruppe je nach Land von Tuareg, Beduinen oder Berbern. Während der Reise in die Wüste wird keine Oase angesteuert. Die Gruppe befinde sich nur in der Wüste und jeder sei auf den anderen angewiesen.

Mit 16 zum ersten Mal in der Wüste

Katharina Borgelt, Agnes Enkelin, ist mit 16 Jahren zum ersten Mal mit ihrer Großmutter in die Wüste gereist.

"Durch meine Oma bin ich immer mit einer ganz anderen Kultur konfrontiert gewesen."
Katharina Borgelt

Im Gespräch erzählt Agnes, wie es ist, in der Wüste ganz allein auf sich gestellt zu sein, welche Bäume sich besonders gut eignen, um die Wüste zu bepflanzen, und Katharina schwärmt von geduldigen Kamelen. Das ganze Gespräch hört, wenn ihr oben auf den Play-Button klickt.