Louisa, Katharina, Markus und Magnus machen das Hobby vieler zu ihrem Beruf: Die vier machen eine Imkereiausbildung. Damit gehören sie bald zu den wenigen Berufsimker*innen in Deutschland.

In Deutschland halten laut dem Deutschem Imkerbund ungefähr 150.000 Menschen Honigbienen. Für weniger als ein Prozent von ihnen ist die Imkerei ein Hauptberuf. Jedes Jahr kommen etwa zehn bis 30 neue Azubis dazu, so wie Louisa, Katharina, Markus und Magnus. Sie machen gerade eine Imkereiausbildung im Fachzentrum Bienen und Imkerei im rheinland-pfälzischen Mayen.

Die vier Imker-Azubis vom Bienenzentrum Mayen: Louisa Brück, Katharina Schöttler, Markus Hamm, Magnus Heindl.
© Deutschlandfunk Nova | Katharina Peetz
Die Azubis Louisa Brück, Katharina Schöttler, Markus Hamm und Magnus Heindl vom Fachzentrum Bienen und Imkerei Mayen.

Imkern liegt in der Familie

Für die meisten bleibt die Imkerei ein Nebenjob, auch weil die Arbeit in einem Imkereibetrieb stark von der Jahreszeit abhängig ist, so wie bei den Eltern von Katharina. Sie kennt das Imkern wie auch Magnus schon von zu Hause.

"Meine Eltern machen Weihnachtsbäume im Winter und im Sommer die Bienen", sagt sie. "Ich bin mir ehrlich gesagt noch nicht so sicher, von was ich wie viel weitermache. Von der Imkerei alleine könnten wir zu Hause momentan nicht leben. Dafür müsste ich den Betrieb dann erweitern."

"Von der Imkerei alleine könnten wir zu Hause gerade nicht leben."
Katharina Schöttler kennt das Imkern von zu Hause. Für ihre Eltern ist es ein Nebenerwerb.

Mehr als Honig ernten

Laut Berufsportalen verdienen Imker*innen rund 2.000 Euro brutto im Monat. In der Ausbildung im Fachzentrum Bienen und Imkerei Mayen werden die vier Azubis auch darauf vorbereitet, wie sie sich später selbstständig machen oder zu Honigbienen forschen können.

Die Arbeit am Bienenvolk selbst macht also nicht den Hauptteil der Ausbildung aus. Für Markus ist es aber der schönste Teil seines Jobs: "Es macht Spaß, weil man draußen in der Natur ist. Ich mache auch mal meine Mittagspause draußen bei den Bienenvölkern."

"Kein Bienenvolk ist wie das andere. Jedes ist ein Superorganismus mit ganz vielen Individuen, die sich trotzdem organisiert bekommen."
Markus Hamm arbeitet am liebsten draußen bei den Bienenvölkern.

Zusammen mit Louisa, Katharina, Magnus und den beiden Imkermeistern im Bienenzentrum in Mayen betreut er 160 Bienenvölker. Den Honig ernten sie im Frühjahr und Sommer. Dann kommen mehrere Tonnen zusammen.

Ein neuer Blick auf die Natur

Durch ihren neuen Job nimmt Louisa auch die Natur anders wahr als vorher, sagt sie. "Man umgibt und beschäftigt sich im Arbeitsalltag ständig mit der Natur, weil man viel draußen ist. Ich muss auch wissen, welche Pflanzen attraktiv sind für meine Bienen, wo ich die Stände eröffne, wo es Ertrag gibt. Dadurch wird man auch automatisch aufmerksamer für die Natur und die Tiere und alles."

Vorher hat sie eine Ausbildung in einem Hotel angefangen. Dann wurde Louisa aber schnell klar, dass sie in der Natur arbeiten möchte. Die Ausbildung in der Imkerei gefällt ihr sehr gut – so wie Katharina, Markus und Magnus auch. Das liegt vor allem daran, dass sie so abwechslungsreich ist.