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Eine feste Hausärztin, ein Hausarzt? Sie können hilfreich sein, um schneller an eine Impfung gegen Sars-CoV-2 zu kommen – auch ohne Priorisierung.

Nach Ostern haben Hausärztinnen und Hausärzte begonnen, ihre Patienten gegen das Coronavirus zu impfen - immer noch im Rahmen der bundesweit vorgegebenen Priorisierung. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat angekündigt, dass im Juni die Priorisierung fallen könnte. Wer einen Hausarzt oder eine Hausärztin hat, könnte im Vorteil sein.

"Wenn du jetzt keinen Hausarzt, keine Hausärztin hast und niemand von deiner Existenz weiß - dann hast du da gerade natürlich schlechte Karten."
Rahel Klein, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Wenn Impfstoff übrigbleibt oder jemand nicht zum Termin kommt, dann können auch Menschen, für die eigentlich keine Priorität gilt, geimpft werden. Das bestätigt der Hausarzt Armin Beck. Er ist Vorsitzender des Hausärzteverbandes Hessen und impft in seiner Praxis. Für Armin Beck ist die Hauptsache, dass kein Impfstoff weggeworfen wird.

"Wir werden wahrscheinlich, weil man aus manchen Impf-Vials auch mal sieben rausholen kann, 100 Impfungen haben. Geplant sind 96, vier sind übrig. Die kann man dann an Menschen verimpfen, die fußläufig um die Ecke wohnen. Das können auch junge Menschen sein."
Armin Beck, Hausärzteverband Hessen

Wer lange Zeit nicht in der Hausarztpraxis war oder ganz neu ist, könne eventuell das Nachsehen haben. Armin Beck sagt: "Wir kennen unsere Patienten sehr lange. Natürlich sind die, die bekannt sind, jetzt auch eher diejenigen, die wir anrufen."

Regionale Unterschiede

Inzwischen gebe es sogar Praxen, die wegen Überlastung einen Aufnahmestopp von Patientinnen und Patienten haben. In manchen Regionen, vor allem auf dem Land, gibt es wenig Hausärztinnen und -ärzte. Anderenorts gebe es Praxen, die noch Kapazitäten haben. Da müssten Impfwillige einfach ein bisschen suchen, mein Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Rahel Klein.

Eine Hausärztin oder einen Hausarzt zu haben, hält Rahel grundsätzlich für sinnvoll. Dort werden Befunde von Fachmedizinerinnen und –medizinern gebündelt, die jeweilige Krankheitsgeschichte sei dort bekannt.

Erst informieren, dann anfragen

Wegen der Impfung gegen Covid-19 empfiehlt der Deutsche Hausärzteverband sich auf Webseiten zu informieren und nach Möglichkeiten zur Anmeldung oder Registrierung zu gucken.

"In vielen Praxen sind die Telefonleitungen gerade total überlastet, da kann eine E-Mail sinnvoller sein. Das ist von Praxis zu Praxis, von Region zu Region sehr unterschiedlich."
Rahel Klein, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin