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Das hat Gesundheitsminister Jens Spahn ganz schön genervt: Seine Ankündigung, die Impfpriorisierung könnte im Juni fallen, war nicht für die Öffentlichkeit gedacht. Nun ist es raus. Medizinjournalistin Christina Sartori erklärt, warum sie die Aussage für realistisch hält.

Eigentlich sollte es noch niemand wissen. Doch dann gelangte es doch an die Öffentlichkeit, was Gesundheitsminister Jens Spahn in einer internen Besprechung sagte: Die Impfpriorisierung könnte schon im Juni Geschichte sein, vielleicht sogar schon im Mai. Mit anderen Worten: Dann könnte sich jeder impfen lassen, der will und der einen Termin bekommt.

"Wenn wir nicht mal mehr eine Schalte haben können, um etwas vorzubereiten, dann macht es das schwer, etwas zusammen zu erarbeiten."
Gesundheitsminister Jens Spahn ist genervt, dass Informationen aus einer internen Besprechung geleakt wurden

Mehr Impfstoff als geplant

Aktuell wird in Deutschland die Risikogruppe zwei geimpft, also Menschen, die über 70 Jahre alt sind, schwerwiegende Erkrankungen haben oder wegen dieser in Behandlung sind. Zu den ersten beiden Priorisierungsgruppen zählen in Deutschland schätzungsweise 23 Millionen Menschen, sagt Medizinjournalistin Christina Sartori. Davon seien laut dem Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung Andreas Gassen bereits 16 Millionen Menschen einmal geimpft. Daher sieht auch Andreas Gassen das Ende der Priorisierung kommen.

Zudem werden mehr Impfdosen erwartet, als noch vor einiger Zeit angekündigt. Allein Ende April sollen Hausärztinnen und Hausärzte mit über zwei Millionen Impfdosen zusätzlich beliefert werden.

"Wenn es keine weitere Panne gibt, könnten bis Ende des Sommers alle Erwachsenen die Möglichkeit bekommen, sich impfen zu lassen – die meisten wohl auch zwei Mal."
Christina Sartori, Medizinjournalistin

Kein Grund für neue Priorisierungen

Im Mai, so die Schätzungen, könnten dann Menschen ab dem sechzigsten Lebensjahr geimpft werden, genauso wie Menschen, die aufgrund ihres Berufs mit anderen Menschen Kontakt haben, also zum Beispiel Polizistinnen und Polizisten und Menschen, die in Lebensmittelgeschäften arbeiten.

Und dann, sagt Christina Sartori, seien eigentlich alle anderen dran. Der Grund: 20-Jährige und 40-Jährige haben ein ähnlich hohes, nämlich geringes Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf. Daher gäbe es hier keinen Grund, sie nach einer festgelegten Reihenfolge zu impfen.

Tatsächlich könnte es laut Christina Sartori bis zum Ende des Jahres auch einen Impfstoff für Kinder geben. Zumindest werde daran zurzeit intensiv geforscht.