Auf der britischen Crowdfunding-Plattform My-Free-Implants können sich Frauen anmelden und erklären, warum sie unbedingt eine Schönheits-OP brauchen. Dann klingelt es in der Kasse - vorausgesetzt sie zeigen genug von sich.

Die Spender sind natürlich fast alles Männer. Sie können für die gewünschten OPs Geld geben. Warum sie das tun sollten? Weil die Männer für ihr Geld dann Nachrichten, Fotos und Videos von den Frauen bekommen. Und damit bewegt sich die Plattform fast im Pornobereich.

"Frauen verkaufen ihren Körper, damit sie sich OPs für ihren Körper kaufen können.“
Sophie Stigler, DRadio-Wissen

Das sorgt für Diskussionen, und sogar der britische Verband der Schönheitschirurgen hat das Prinzip auch entwürdigend genannt, obwohl er selbst davon profitiert. Wenn genügend Geld zusammen ist, wird es von der Plattform nämlich direkt an die Klinik oder Praxis überwiesen, die den Eingriff macht. In Großbritannien will der Ärzterat jetzt einschreiten. Die Plattform selbst kann er zwar nicht verbieten, aber er könnte mit einer Richtlinie verhindern, dass sich Ärzte über Crowdfunding bezahlen lassen.

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Bei uns gibt es ein ähnliches Crowdfundingangebot, bei dem sich Frauen "Träume" finanzieren lassen können. Als Gegenleistung erhalten die Spender Erotikbilder und Videos. So ein Traum könnte natürlich auch Schönheits-OP sein. Allerdings ist in Deutschland alles verboten, was die Hemmschwelle reduziert eine OP über sich ergehen zu lassen. Ein "Zwei-Brüste-für-den-Preis-von-einer-Angebot" wäre also eigentlich vom Tisch. Trotzdem bieten private Kliniken solche Rabatte immer wieder an.