Bundeskanzlerin Angela Merkel trifft auf Indiens Premierminister Narendra Modi. Bei den Gesprächen geht es um die deutsch-indischen Wirtschaftsbeziehungen. Wegen der Krise in China ist Indien als Produktionsstandort für den deutschen Mittelstand interessant.

In Indien strömen jedes Jahr 12 bis 15 Millionen junge Menschen auf den Arbeitsmarkt. 1600 deutsche Firmen sind zurzeit in Indien aktiv. Das Land hat eines der kompetitivsten Schulsysteme der Welt, mit dem Ergebnis: Besonders viele junge Inder arbeiten im Ingenieurs- und IT-Wesen. Für deutsche Firmen ist das interessant: qualifizierte Arbeitskräfte, indische Preise.

Bereit für die Zukunft

Anders als China ist Indien bislang noch keine Werkbank, sagt unser Korrespondent Jürgen Webermann, aber auf dem besten Weg eine zu werden. Indien hofft darauf, dass deutsche Investoren Arbeitsplätze schaffen. Damit will Indien den Anschluss an das Wirtschaftswachstum schaffen. Schließlich müssen die Millionen jungen Inder, die Jahr für Jahr auf den Arbeitsmarkt strömen, in Lohn und Brot gebracht werden. Ansonsten droht eine Generation der "angry young people".

"Indien muss unbedingt junge Menschen in Lohn und Brot bringen. Hier strömen jedes Jahr 12 bis 15 Millionen junge Leute auf den Arbeitsmarkt. Indien hat enorme Problem Arbeitsplätze bereit zu stellen, Indien ist noch keine Werkbank."
Jürgen Webermann über die jungen Inder

Win-Win-Situation

Hinzu kommt: Die Hälfte der 1,2 Milliarden Inder sind noch keine Konsumenten. Wenn diese ganzen Menschen irgendwann mal am Konsumleben teilhaben, macht das den indischen Markt für ausländische Firmen noch interessanter.

Eine neue Behörde soll es dem deutschen Mittelstand erleichtern in Indien Fuß zu fassen. Bislang war das sehr kompliziert: die indische Bürokratie ist bei weitem schlimmer als die Deutsche, außerdem müssen oft Schmiergelder gezahlt werden.

"Indien will deutschen Firmen helfen, indem es seine Bürokratie ein wenig entschlackt."
Jürgen Webermann über Indiens Vorstoß es deutschen Firmen leichter zu machen