Die Inder feiern den Frühling in einem zehntägigen Farbenrausch. Beim Holi Festival fliegt tonnenweise Farbpulver durch die Luft und verstopfen Augen, Ohren und Atemwege. Wir waren beim Original in Vrindavan mit dabei.

Kaum ist unser Autor Christian Schmitt im nordindischen Vrindavan zur Tür hinaus, schlägt ihm eine Ladung rosa Farbe ins Gesicht. Zum Holi Festival ehren die Inder den Gott Krishna und begrüßen den nahenden Frühling mit einer zehntägigen Farbenexplosion.

"Wenn du hier voller Farben bist, dann wird auch dein ganzes Leben bunt.”
Rakesh aus Vrindavan

Die Profis unter den Feiernden fahren mit Motorrikschas herum und verschönern in Gruppen bis zu acht Leuten alles in ihrer Umgebung mit Farben, Wasserbomben und Süßigkeiten. Auch Christian Schmitt rüstet auf und schlägt mit pinkem, grünem und gelbem Farbpulver zurück.

Während der Feierlichkeiten schnellt die Bevölkerungszahl in der für indische Verhältnisse überschaubaren Stadt Vrindavan von 60.000 auf mehrere Millionen in die Höhe. In den vollgestopften Gassen und auf den überfüllten Plätzen werden nichtindische Frauen allerdings immer wieder sexuell belästigt und ungewollt an den Brüsten mit Farbe beschmiert.

"Die Leute fassen uns auch an die Brüste. Das ist ein bisschen viel, wir gehen uns jetzt erstmal erholen.”
Traveller-Mädchen aus Kanada

Wer es zwischendurch ein bisschen ruhiger haben will, findet trotz des ganzen Trubels auch friedliche Rückzugsorte. Christian flüchtet für kurze Zeit in den Krishna-Tempel von Vrindavan, in dem keine Farbbeutel erlaubt sind. Und nach einer kleinen Portion Butter mit Kandiszucker für eine gute Zukunft, freut er sich auf eine kalte Dusche.

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