Vielen Korallenriffen weltweit geht es ziemlich schlecht. Schuld daran sind Klimawandel, Überfischung oder der Müll in den Ozeanen. Und während derzeit Forschende aus aller Welt in Bremen darüber diskutieren, wie wir diese Ökosysteme besser schützen könnten, sind auf den Seychellen einige Menschen schon längst dabei, den Korallen zu helfen.

Sie nennen sich Riff-Retter und haben ihr Boot im Indischen Ozean vor den Seychellen festgemacht. Tief im Wasser wartet die Arbeit. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, Korallen wieder aufzuforsten.

"Wir arbeiten mit sogenannten Superkorallen."
Luca Saponari, Riff-Retter

Luca Saponari ist einer der Taucher und erklärt, dass dafür sie mit sogenannten Super-Korallen arbeiten. Diese Korallen haben in den vergangenen Jahren überlebt, während andere Arten abgestorben sind. Sie sind stark und widerstandsfähig. Mit ihrer Hilfe soll sich das Riff erholen.

Ein Großteil der Korallen vor den Seychellen wurde vor mehr als 20 Jahren zerstört. Damals traf das Wetterphänomen El Nino die Inselgruppe und führte dazu, dass die Wassertemperatur stieg. Die Folge: eine sogenannte Korallenbleiche, also das Aussterben von Korallen.

Das Problem sind vor allem die fragilen Algen. Korallen leben in Symbiose, also in Partnerschaft mit Algen. So bekommen sie ihre Nahrung. Wenn die Wassertemperaturen steigen, können die Algen jedoch nicht überleben. Die Korallen verlieren ihre Farbe, sie sind nicht mehr geschützt und sterben.

Einige Korallenriffe konnten sich erholen

Die Korallengärten unter Wasser funktionieren folgendermaßen: Die Taucher*innen rammen Pflöcke in den Meeresboden, dazwischen spannen sie Seile. An den langen Schnüren befestigen die Riff-Retter dann Bruchstücke der Super-Korallen. Die Seile geben ihnen Halt beim Wachsen. Eine Art Korallen-Baumschule unter Wasser.

Die Seilgärten müssen regelmäßig gereinigt werden. Deswegen nehmen die Taucher Bürsten mit, um sie zu putzen. Wenn alles gut geht, wachsen und gedeihen die Korallen, bis sie selbstständig überleben. Vor einigen Seychellen-Inseln hat sich die Unterwasserwelt erholt. Damit haben auch bedrohte Fischarten wieder einen neuen Lebensraum – vorerst.